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Bevor man ein Künstler
© Günther Peer   
22. 04. 2007
Bevor man ein Künstler wird, muss man 
ein Künstler sein
Kommentare (16)Add Comment
...
geschrieben von Beate M. Conrad, April 22, 2007
Lieber Günther,
ob das wohl vermuten lässt, dass Mensch zum Künstler geboren sein muss, sonst wird es damit nichts?
Hier ein etwas anderer Aspekt:
"Die Kunst ein Künstler zu sein."

Herzlichen Gruss
Beate
...
geschrieben von Klaus Stute, April 22, 2007
Man kann auch verdammt schnell aufhören, ein Künstler zu sein. Die Anforderungen an einen Lebenskünstler sind für die meisten zu hoch. Der Mensch funktioniert in der Regel besser auf einem Bürostuhl.

Klaus
...
geschrieben von Günther Peer, April 22, 2007

Ja, Beate, das ist genau das was ich denke. Man
muss das Künstlersein in seinen Genen haben und
dann entwickelt man sich mehr oder weniger zum
Künstler.

"Die Kunst ein Künstler zu sein"? Dieser Aussage
kann ich dann zustimmen,wenn damit gemeint ist,
dass es eine unglaubliche Anstrengung bedarf, um
als Künstler zu leben und zu überleben.

Herzlich
Günther




...
geschrieben von Günther Peer, April 22, 2007
Man merkt allgemein in deinen Kommentaren,dass du
eine Tendenz zum Pessimismus und zur Negativität hast. Trifft wohl aber nicht immer zu.

"Man kann schnell aufhören ein Künstler zu sein"
Das kommt m.E. ganz daraufan, was man auch als
Künstlersein versteht.Der berufene Künstler (und
als Künstler verstehe ich einen Ausübenden jeder
Kunstsparte)wird sich kaum trennen wollen von seiner Leidenschaft.Lebenskünstler müssen demnach nicht unbedingt Künstler im wahrsten Sinne des
Wortes sein.

Was den besser funktionierenden Menschen auf dem Bürostuhl betrifft,glaube ich,dass diese Aussage
wohl nur für jemand zutrifft,der das Künstlersein
eben nicht in seinen Genen hat.

Günther
...
geschrieben von sonja raab, April 23, 2007
ich glaube künstler ist man erst wenn man etwas erschaffen hat.
zuvor hat man die idee vielleicht im kopf, ist aber deshalb noch lange kein künstler.
da müsste man den begriff künstler definieren. was jeder drunter versteht...
lebenskünstler ist der, der von seiner kunst leben kann. schwer genug in unserer zeit- ich spreche aus erfahrung. ich könnte weder von meinem buch noch von meinen bildern, noch von dem indianischen kunsthandwerk leben. überlebenskünstlerin bin ich dennoch. wenns hart auf hart kam, hatte ich immer die kraft, etwas neues zu beginnen und altes abzuschliessen, ohne an den verletzungen zugrunde zu gehen. das ist auch eine kunst.
die hohe kunst des vertrauens ins leben.
majun
...
geschrieben von sonja raab, April 23, 2007
PS: aber auch als überlebenskünstlerin beginnt die kunst erst dann, wenn sie erschaffen wurde- wenn man also tatsächlich was verändert und überlebt hat. hat man die ideen nur im kopf, tut aber nichts, setzt nichts um, dann bleibt es träumerei und phantasie. daran kann man wohl sterben.

majun
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, April 23, 2007
Hmm, also hier stimme ich Günther schon zu. Wenn man die Kunst nicht im Blut hat, dann nützt alles studieren und lernen nichts.
Über die Kunst kann man vieles lernen, aber selbst Kunst schaffen?

Das Sprichwort:
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen würde ich auf einen wahren Künstler nicht anwenden. Allerdings denke ich, dass man hier wieder den Künstler im herkömmlichen Sinn und den Lebenskünstler unterscheiden muss.

Bis dann,
Andrea
...
geschrieben von Klaus Stute, April 23, 2007
Wenn der Künstler kein Geschäftsmann ist, nützen die Talente halt nur für den Hausgebrauch. Das Leben wird aber weniger von der Selbstverwirklichung als von den Sachzwängen bestimmt - und die sind bei uns nun mal Geldverdienen. Meine Boheme-Zeit war mit dem Nachwuchs-windeln schlagartig verduftet. Heute muss ich sagen: ich war mal "Künstler" - irgendwo zwischen dem 23. und 33. Lebensjahr. Heute gleitet nur noch mein Blick über altes Öl.

Also: Talente haben viele; aber wer macht da schon was draus. Man muss auch ein Künstler sein wollen.

Das legt die Frage nach der Umkehrung nah (ich hab sie ja schon aus meiner eigenen Biografie anklingen lassen): wer "eigentlich" Künstler ist bzw. irgendwann mal gute Ansätze zu erkennen glaubte oder gar hat durchblicken lassen, aber nichts daraus macht, ist denn doch kein Künstler. Oder anders gesagt:

Wer nichts aus einem Talent macht, dem fehlt eins.
...
geschrieben von Günther Peer, April 23, 2007
Ja, definieren wir einmal den Begriff Künstler.
Künstler ist...
und ein Dichter ist...



...
geschrieben von Günther Peer, April 23, 2007
So ist es Andrea, ich glaube Künstler und Lebens-
künstler muss man unterscheiden.

Für dich Andrea ein passendes Zitat, ich glaube
vom größten italienischen Komiker Totò,vielleicht kennst du es: signori si nasce, non si diventa.

Bis bald
Günther
...
geschrieben von Beate M. Conrad, April 23, 2007
Hallo zusammen,

Talente haben viele; aber wer macht da schon was draus. Man muss auch ein Künstler sein wollen (Klaus)

Das scheint mir ein sehr wichtiger Moment zu sein, etwas so sehr zu wollen, dass dieses Wollen zur "Kunst" neben der Kunst wird. Das Leben als Künstler ist eisenhart und genauso von Sachzwängen durchzogen. Ohne Erfolg zu überleben und trotzdem weiter zu arbeiten. Mit Erfolg sich nicht als konsumerable Grösse zu kompromitieren ... zudem ein unendliches Ackern (100 Skizzen pro Monat ist normal) und Lernen, sich weiter entfalten...)

LG an alle
Beate
...
geschrieben von Günther Peer, April 23, 2007

Hallo Klaus,
dass heute ein Künstler auch ein Geschäftsmann sein sollte ist außer Frage. Aber was ist wenn er
es nicht ist? Ist er deshlab kein Künstler? Auch
in Vergangenheit hatten viele Künstler große Mühe
ihre Werke an den Mann zu bringen, tut aber der
Größe dieser keinen Abbruch.

Dann sagst du noch am Ende:
"Wer nichts aus einem Talent macht, dem fehlt eins."

Sag mal Klaus, kannst du nur die Dinge aus der
negativen Perspektive sehen? Glaubst du wirklich,
dass nur negative Urteile gut und treffend sind?
Die Dinge haben alle zwei Seiten, eine gute und
eine, die man nicht als gut erkennen will.

Grüße
Günther
...
geschrieben von Klaus Stute, April 23, 2007
Talent oder auch Gene sollten schon mit in die Wiege gelegt worden sein.

Dann muss man sich selber als Künstler entdecken bzw. seine spezifischen künstlerischen Talente im Bereich Musik, Malerei, Schauspielerei etc.

Dann muss man lernen, damit umzugehen.

Dann muss man diese leben wollen.

Dann muss man diese leben können.

Dann muss man es auch tun.

Nachdem wir aber jetzt ein wenig rumgeschweift sind, würde ich gern noch einmal zu deinem angedachten Aphorismus kommen.

Die Fehler sind: man "wird" nicht ein Künstler, weil es einem in die Wiege gelegt wurde; ein künstlerisches Talent bedeutet nicht, dass man ein Künstler ist. Ohne einen Finger zu krümmen, ist man kein Künstler - nur wegen eines Talentes.

Talente sind nicht gleichbedeutend mit Künstler. Sie sind nur wie die Farbtuben, die man zur Herstellung eines Bildes braucht.

Wenn man diese "Farbtuben" hat, die man nicht kaufen kann, kann man ein Künstler werden, wenn man hart an sich arbeitet.

Praktisches Beispiel: ich behaupte jetzt einfach mal - die Stimme eines Opernsängers hat nur noch wenig mit der tollen Stimme des talentierten Anfang-Zwanzig-Jährigen zu tun, der beschlossen hat, Opernsänger zu werden.

Also nicht das sein ist das wichtige (ohne das geht sowieso nix) - sondern das wollen.

Klaus
...
geschrieben von Klaus Stute, April 23, 2007
Im übrigen denke ich: es ist doch müssig, hier in irgendwelchem Kleinkram rumzustochern. Das ist doch alles in dem berühmten Aphorismus enthalten, den wir nicht mehr neu erfinden müssen - und auch nicht versuchen müssen, anhand von Beispielen aus der Kunst oder dem fast annähernd so berühmten IQ zu beweisen. Er heisst:

Von nichts kommt nichts.
...
geschrieben von Günther Peer, April 23, 2007
Also dann Klaus,

lesen wir noch einmal genau diese Aussage. Sie
beginnt doch mit: "Bevor man ein Künstler wird"

Das bedeutet doch ganz genau das, was du sagen willst. Sie schließt doch nicht aus, dass man aus
seinen genetischen Talenten was draus machen muss.
In "Bevor man ein Künstler wird" ist also all das enthalten was du hier oben sagst.

Der Schwerpunkt der Aussage liegt im zweiten Teil
des Satzes nicht im ersten. Denn was nützt dir
wenn du Farbtuben kaufst und nicht weißt, was
damit anfangen. Oder wenn du Farbtuben kaufst nur
weil Künstler sein cool ist.

Nur mit dem Wollen allein,wird man nicht Künstler!
Ohne Wasser- und Sauerstoff gibt es kein Wasser,da
kann man Versuche anstrengen oder es auch wollen solang man will.

Günther
...
geschrieben von Günther Peer, April 23, 2007
Klaus, weiters sagst du?
"Im übrigen denke ich: es ist doch müssig, hier in irgendwelchem Kleinkram rumzustochernDas ist doch alles in dem berühmten Aphorismus enthalten, den wir nicht mehr neu erfinden müssen - und auch nicht versuchen müssen, anhand von Beispielen aus der Kunst oder dem fast annähernd so berühmten IQ zu beweisen. Er heisst:
Von nichts kommt nichts."
Du antwortest aber noch immer nicht auf meine so
banale Frage: Warum bist du so negativ eingestellt
und manchmal auch abwertend? Ich wollte nichts neu
erfinden sondern nur etwas zum Ausdruck bringen, was für mich in diesem Moment wichtig war. Machst
du vielleicht ja auch manchmal, oder?
Von nichts kommt nichts aber von der Negativität noch viel weniger.

Günther

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