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Ich kann nicht
© Markus Scherrer   
02. 11. 2010

Ich kann nicht

hinter dir stehen,

wenn du dich

vor mich drängst!

Kommentare (4)Add Comment
...
geschrieben von hans lesener, November 03, 2010
Hallo Markus Scherrer ,

willkommen im Club !
Und Dank für den Aphorismus ,
den ich für mich schon den " Prinzgemahl - Aphorismus" getauft habe ...

Hans Lesener
...
geschrieben von Markus Scherrer, November 03, 2010
Hallo Hans Lesener

Besten Dank für ihren Kommentar.

Ich hoffe hier Gleichgesinnte zu finden, was meine Leidenschaft für kurze, aufs Wesentliche konzentrierte Texte betrifft. Schön, dass es ein solches Forum in der Schweiz gibt!

Ich finde ihn solchen Texten einen Ort der Ruhe eine Möglichkeit stillzustehen, in dieser Welt, in der die wesentlichen Dinge manchmal nur noch schwierig zu erkennen sind, so schnelllebig wie alles geworden ist!

Nun haben sie natürlich meine Neugierde geweckt, was sie mit "Prinzegemahl-Aphorismus" gemeint haben?

Markus Scherrer

...
geschrieben von hans lesener, November 04, 2010
"Prinzgemahl-Aphorimus" deshalb , weil ich gleich beim Lesen des Satzes an den den frischgebackenen schwedischen Prinzgemahl denken musste , der , wenn man der Presse glauben darf, seine Hauptaufgabe darin sieht , seine Frau zu unterstützen , ihr "Rückhalt" zu geben , d.h. "hinter ihr zu stehen".
Im räumlichen Sinne mag das ja stimmen , immer 2 Schritt "dahinter" , im übertragenen Sinne auch ? Ich habe da Zweifel . Ich glaube , so etwas geht nur gut , wenn auch der unterstützende Teil Gelegenheit hat , sein eigenes Ding zu verwirklichen und dadurch genügend Selbstbewusstsein und -vertrauen zu entwickeln um hilfreich sein zu können , und der vorausgehende Partner auf allzu große Inanspruchnahme dieser "Dienstleistung " zu verzichten bereit und in der Lage ist.
Das gilt natürlich auch für "Prinz-Gemahlinnen" und wohl für jede Ehe / Partnerschaft.
Das Paar Helmut und Loki Schmidt hat das , glaube ich , beispielhaft hingekriegt.
Aber es ist nicht leicht.

Ich hoffe , ich habe diesen interessanten Aphorismus nicht über-interpretiert !?
...
geschrieben von Markus Scherrer, November 05, 2010
Besten Dank für diese interessante Erläuterung ihrer Interpretation. Finde sie gar nicht über-interpretiert, sondern betrachte sie als ein sehr treffendes Beispiel, das ja nicht nur auf prominente Partnerschaften zutrifft, was aus ihrer Erläuterung ja auch hervorgeht.

Es freut mich, wenn ein scharfsinniger Leser und Denker aus ein paar Worten über ein neutrales Beispiel (ein positives sowie ein negatives), welches den Leuten bekannt ist (das Prinzenpaar bzw. die Schmidts) die Übertragung auf eine "Allgemeingültigkeit" des menschlichen Wesens, oder eben deren Beziehungen untereinander erschliessen kann, und sich dann schlussendlich selber reflektieren muss oder darf.

Machen nicht diese Gedankengänge das Lesen und Interpretieren oder eben das Schreiben von "auf den Punkt gebrachten" Texten so interessant? Da man durch Interpretationen anderer wiederrum zum Weiterdenken angeregt wird (was sie soeben erreicht haben...)?

Was mich an diesen niedergeschriebenen Worten so fasziniert hat, entstand aus der Doppelbedeutung von "hinter jemandem stehen", wie sie ja auch bemerkt haben. Aber auch aus der gewissen Doppeldeutigkeit von "sich vordrängen" Ich erlaube mir das etwas auszuführen.

1. Die räumliche Bedeutung: Jemand steht hinter jemandem (z.B. in einer Schlange anstehen)

2. Die übertragene Bedeutung: Jemand gibt jemandem Rückhalt (Rückendeckung?)oder steht zu jemandem.

Drängt sich nun jemand in der Schlange (Punkt 1) vor den vor ihm stehenden, so steht der Überholte ja eigentlich dann hinter ihm, kann oder sollte aber nicht mehr hinter ihm stehen (nach Punkt 2), also nicht zu der Handlung des Vordrängenden stehen (er fühlt sich ja dann "übergangen").

Auch kann oder sollte der "Verdrängte" nicht einfach hinter ihm stehen"bleiben", sich das gefallen lassen, sondern sich wehren.

Die Menschenschlange ist natürlich eine sehr bildliche und die wohl direkteste Darstellung. Auf andere Lebenssituationen, wie aus ihrem Beispiel das Vordrängen im Ringen um Anerkennung oder Ähnlichem kommt das Dilemma ebenso zum Vorschein, wie sie das sehr treffend herausinterpretiert haben. Besten Dank also nochmals dafür :-)!

Nachgedanke: Wie müsste man diesen Aphorismus auf ein "Wettrennen" zweier Athleten verstehen?

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