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© Susanne Jäggi
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20. 10. 2008 |
Die Netze gelegt
Die Meteorologen haben den ersten Herbststurm angekündigt. Hier im Inland liegt der See jedoch immer noch spiegelblank, und wir haben beschlossen, heute Abend Fischnetze zu legen. In der Gefiertruhe zwischen den Heidel- und Preiselbeeren und den Pilzen ist noch Platz für Felchen, Äsche und Hecht, und vielleicht die eine und andere Forelle.
Auf den Höhen liegen fleckenweise Reste des vor einer Woche gefallenen ersten Schnees.
Mit vollgepacktem Boot rudern wir hinaus zu den guten Fangplätzen.
Die Landzunge beim Bootanlegeplatz, ...
die krumme Kiefer südlich der Sandbucht, ...
die Untiefe beim grossen Stein, ...
die Südspitze der kleinen Steininsel, ...
... und bevor wir zurückkehren noch ein über einem Feuerchen gekochter Kaffee am Ufer.
Tief steht die Sonne -
mit jedem Ruderschlag
neues Kielwasser
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jetzt ist mir Deine Sicht der Dinge durch dieses Haibun ganz klar geworden. Aber meine Interpretation, die sich ausschließlich auf das Haiku bezieht und keine Ahnung von der voraufgegangen Geschichte hatte, ist in sich selbst auch schlüssig.
Das ist ein schönes Beispiel, wie man mit Interpretation verschlungene Wege gehen kann...
Tief steht die Sonne = der Abend des Lebens ist nah...
mit jedem Ruderschlag = aufgeben gilt nicht, es geht munter weiter
neues Kielwasser = die ausgetretenen, abgefahrenen, bekannten Wege werden verlassen, es gibt immer einen Neubeginn!
So habe ich es gelesen.
Liebe Grüße
Gabriele