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.09 Fasten words please Dreizehnuhrzwanzig. Pünktlich ist das Flugzeug zu hören, das mich vom nahegelegenen Flughafen auf die Kanaren hätte bringen sollen. Das Dröhnen der Turbinen wühlt den Himmel auf, donnert über mich hinweg. Ich schaue dem Lärm nach. Dort oben wäre ich jetzt, so kurz nach dem Start noch angeschnallt, eingezwängt in den Sitz, mit den Händen die Lehne umklammernd. Überwältigt von Flugangst. Es würde lange dauern, bis ich mich entspannen könnte. Meistens geschah das erst in größerer Höhe : Wenn unter mir ein sonnenbeschienenes, in ständiger Metamorphose sich wandelndes Wolkenmeer lag. Mein Fantasialand, auf dessen Gipfel und Tiefen, Berge und Klüfte sich Ängste und Träume projizieren ließen. Grenzenlos über den Wolken - die Freiheit... Bis dahin aber konnte ich über meinem Zustand nicht sprechen, mir auch keine Notizen machen. Die Wörter versiegten. Die Leuchtschrift über dem Sitz “ Fasten seat belts please” verwandelte sich für mich in die Aufforderung “Fasten words please”. Die Fähigkeit, mich auszudrücken erstarrte, war erfroren oder gefesselt. Ich selbst mit trockener Kehle, mit Unbeweglichkeit und dem Fluch der Stummheit geschlagen. Zugvögel westwärts vor dem Wind laut rufend Auch jetzt, während der Flugzeuglärm immer schwächer wird, empfinde ich Angst. Kalter Schweiß steht auf der Stirn, der Rücken ist feucht, das Hemd klebt. Da sind sie wieder, die Symptome, die mich gezwungen hatten, oder anders : die ich zum Anlass genommen hatte, eine bereits gebuchte Flugreise abzusagen. Mehrmals war ich zum Arzt gegangen, in Labors untersucht worden, hatte Gespräche geführt : “Ohne Befund “. So waren die Ursachen für meine Angstattacken unklar geblieben. Schließlich, im gleichen Maße, in dem ich mich an sie gewöhnte, wurden sie seltener und schwächer, traten hinter die Geschäftigkeit des Alltags zurück, flackerten kurz auf, schwanden wieder. So wie jetzt das letzte Verhallen der Triebwerke hinter dem Horizont ... Es ist vorbei. Die Enttäuschung über die verpasste Reise, die beklemmende Reaktion meines Körpers, die Erinnerung an quälende Flugangst - vorbei. Kein Erschrecken mehr, keine Ratlosigkeit. Wichtig ist jetzt nur, die Kleidung zu wechseln. Langsam gehe ich ins Haus. Auffahren aus tiefem Schlaf zu Hause sein
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ABER
- haibunmaessig?
Bisheriger Text > Praesens und Konjunktiv;
dann > geschah --> geschieht (es passiert doch immer wieder oder?)
lag --> liegt
Sehr gut (meiner Meinung nach):
(das Raeumliche)
und die zwei Schlusszeilen ohne Interpunktion, was ich glatt weg so lassen wuerde.
Wie gesagt, ich habe nicht die grosse Erfahrung im Haibunschreiben, aber da die Haiku alle in einer best. Zeitform stehen, sollte das im Prosatext nicht anders sein. Deine KG laesst sich besser in ein Haibun umwandeln als die Erinnerungsgeschichte (die ich gut finde; sollte aber eine KG bleiben) von Gabriele.
LG - Heike ;-)