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Sommersprossen Acht Jahre ist der Junge alt, und der Krieg fünf. Immer heftiger werden die Bombenangriffe. Auch heute nacht muss er wieder mit den Eltern in den Bunker. Am Morgen fragt seine Mutter : „Erinnerst du dich noch an Tante Hannel ? Die wohnt jetzt weit weg, im Vogtland, wo sie geboren ist. Dort fallen keine Bomben, dort ist es sicher. Vati und ich möchten, dass Du zu ihr fährst. Willst Du ?“ Tante Hannel - natürlich erinnert er sich an sie .Er hat sie ein paarmal besucht, ihre Tochter ist so alt wie er. Tante Hannel sieht er genau vor sich : Sie ist blond, hat ein blaues Sommerkleid an, das im Wind weht; um den Hals trägt sie eine Kette aus roten, vielfach geschliffenen Kugeln. Ihre Haut ist ganz weiß, besonders am Hals und oben über dem Kleid; dort hat sie auch Sommersprossen, viele. Einmal hat sie ihn in die Arme genommen. Weich und warm, und sie duftete. Noch jetzt spürt er diesen Duft nach Milch und Parfüm. Das hat er nicht vergessen. Ihre Sprache ist lustig, anders als seine Eltern sprechen . „Wein e bissel, lach e bissel!„ hat sie gesagt , als er sich mal ein Knie aufgeschürft hatte. Tante Hannel , zu der fährt er gerne. Allein mit 2 Kindern - unter ihrem Kopfkissen der Revolver .
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die Sommersprossen gefallen mir gut - als haibun natürlich. Vom Inhalt her geht es ja eher um Unerfreuliches.
Schön finde ich die Vergegenwärtigung der damaligen Geschehnisse in der durchgängigen Gegenwartsform des Textes. Erst im haiku erfolgt dann der (innere) Sprung in die tatsächliche Gegenwart und der Rückblick mit einem Resümieren im Setzen eines finalen Fokus.
Im Nachklang müssen wir feststellen: Kinder bekommen halt doch viele Sachen mit, die man eigentlich von ihnen fern halten will. Das diese Dinge prägend und unvergesslich sind, beweist das haibun sehr ausdrücklich.
Wenn ich mir das heutige Weltgeschehen ansehe, erscheint es mir doch beachtlich, welch ein Glück "unsere" Weltkriegskinder eigentlich damals hatten. Die heutigen Kinder, bei denen sich solche verstörenden Dinge durch die gesamte Kindheit ziehen, leben diese Erlebnisse weiter und kommen aus dem Kreislauf eines kriegerischen Lebens kaum mehr heraus.
Klaus