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Herbststiche
© Heike Gewi   
20. 11. 2007
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Kommentare (7)Add Comment
...
geschrieben von hans lesener, November 22, 2007

Hallo Heike -

ich möchte nicht uncharmant sein , denn ohne Zweifel gleichen alle Deine Gedanken den glitzernden Juwelen , die hier zu einer wunderbaren Kette aufgefädelt sind...
Insgesamt aber ist mir das Foto - pardon , pardon - ein bißchen zu romantisch , zu golden , zu schön .
Und ich kann die "Herbststiche", die wie Nadelstiche wehtun und am Ende des Jahres nicht ohne Nachdenklichkeit , vielleicht auch nicht ohne Bitterkeit sein werden, nicht auf dem Foto wiederfinden.

Meine Gedanken dazu ...

Beste grüße ,
Hans.
...
geschrieben von Heike Gewi, November 22, 2007
Der Nachhall, Hans! - Genauso war es an- und zu Ende gedacht. Dieser schoene Herbst, vielleicht ein warmer Tag im Altweibersommer ("fuenfte Jahreszeit"), ruft Erinnerungen wach, die sich aneinander ketten (wie gefaedelt), und an die Tauperlen/-tropfen auf dem Bild erinnern. Man kann doch auch Wehmut/miese Stimmung bei schoenstem Herbstwetter empfinden...? Wer will mich daran hindern? - Wie passt das ins Bild - dieser KONTRAST? Scheinbar garnicht. Also welchen Gedanken gibt DIE sich hin? An der story interessiert?
Eine Definition des Haiga gibt Ray Rasmussen, in der er darauf verweist, dass der Inhalt der Fotos (oder das Kunstwerk an sich...als Haigagrundlage) nicht notwendiger Weise das Bild im Haiku wider zu spiegeln hat.
Link zum Nachlesen:

http://raysweb.net/haiku/pages...ition.html

wie immer LG
Heike
...
geschrieben von hans lesener, November 22, 2007
Da wir ohnehin zu den 3 oder 4 letzten gehören , die hier miteinander reden ,liebe Heike, können wir ja auch ganz offen sprechen :
Natürlich gibt es Wemut und Depression auch bei schönstem Wetter , wem sagst Du das ...
Wenn es ein anderes Foto wäre ... würde ich alles akzeptieren.
Aber dieses Foto ? Verzeih mir , es sieht aus wie ein Werbefoto für Modeschmuck... Das allein sind meine Einwände !
Hebst-Stiche , das ist für mich sehr nahe an Herz-Stichen , daher meine Auslegung.

Grüße , Hans.

...
geschrieben von Sabine Hartrampf, November 22, 2007
Hallo Hans, hallo Heike,

vermutlich wird hier mehr mitgelesen als mitgesprochen. Da will ich mich auch mal wieder zu Wort melden.
Die Kritik von Hans empfinde ich schön verpackt ("pardon, pardon"), wobei ich denke, dass eigene Meinungen nicht entschuldigt werden müssen, solange sie als eigene Meinung daherkommen und nicht als Zwangsjacke. Das nur allgemein gesprochen.
Mir persönlich, liebe Heike, sind zu viele Elemente in Deinem Haiga enthalten und zu viele Rätsel. Der undeutliche Baum, den ich nicht unbedingt als Herbstbaum erkennen kann, die Tropfen, die Spinnfäden,Tautropfen im Innern eines Hauses?, eine Fensterscheibe?, dieser dunkle, breite wahrscheinlich Ast in der linken Ecke lenkt ab; "Herbststiche" , vermutlich ausgehend von dem einfachen Bild des Stickens,
einhält meinem Empfinden nach zu viele Deutungsmöglichkeiten (Ich selbst würde stattdessen lieber mehr Worte, einen ganzen Satz lesen).

Herzliche Grüße,
Sabine

...
geschrieben von hans lesener, November 23, 2007
Hallo Sabine ,
gut dass Du mit-sprichst ! Sonst schläft das Lux ein ...

"Spinnfäden" ist ein gutes Stichwort : Ich hatte in der Tat bei den "Herbststichen" zunächst an ein Damenkränzchen a lá Fliegender Holländer gedacht , erster Akt , Senta jedoch nicht am Spinnrad, sondern eher mit dem guten alten Kreuzstich beschäftigt...
Was Heike nun wirklich mit den Herbst-"stichen" meint , ist mir immer noch nicht ganz klar . Der Nachhall bei mir geht in Richtung "herbstliches Revue passieren lassen des vergangenen Jahres, Jahres-Endstimmung also, schmerzhaft und nicht unbedingt erfreulich , "stechend" eben .
Dazu will m.E. die Glätte des Fotos nicht passen .

Grüße , Hans.
...
geschrieben von Heike Gewi, November 23, 2007
Danke Sabine und Hans fuer Eure wertvollen Meinungen. In der tat bei mir braucht sich niemand fuer eine andere Lesart entschuldigen. Im Gegenteil...Trotzdem, Ich finde das bild eben nicht ueberladen. Der Nachhall (Hans hat es richtig gedeutet/ohne Hollaender - Jahresendstimmung und Abflug von Deutschland/im Pendlertreck nach Aden) soll im Kontrast zu dem goldigen Sommerbild stehen und da der AST, an dem sie haengen. Der Wink mit dem Zaunpfahl oder Knueppel (aua) und die verschwommene, diesige Sicht (Weitsicht?). Traenen (Tau-oder Regentropfen) ruecken in den Vordergrund (am Zaunpfahl/Knueppel - Vorahnung). - Eigentlich bin ich mit Euren Reaktionen sehr gluecklich, denn Ihr habt genau das gezeigt, was ich haben wollte.
Zerrissenheit/Unklarheit/Ueberladen - Eure Stichworte(Wer kann die Schoenheit und "Klunkern" schon ertragen?-widerlich!).
Ich werde nichts aendern, denn Eure Meinungen haben mich bestaetigt. Und warum soll ich trotz "Ueberladenheit" nicht noch gedanklichen Raum bieten. Ich finde das Haiku nicht zu offen, denn Tropfen und Traenen (s. Hans!) schwenken die Gedanken schon in die richtige Richtung.
Ein widerliches, schoenes, ekelhaftes Bild fuer mein Gemuet und diese Situation. Idylle, die keine ist und an heimatliche Geborgenheit (Stickkranz bei Tee/Kaffee), die nicht existiert.

LG und ein wunderschoenes WE Euch beiden!
Danke!
Heike

tippfehler????? sch...
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geschrieben von Heike Gewi, November 23, 2007
Korrektur:

Sommerbild = Altweibersommer
an heimatliche Geborgenheit
...erinnert/Elternhaus, die nicht existiert, weil endet/Abflug.


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