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Am Meer
© hans lesener   
15. 02. 2008
Am Meer
starker Wind kommt auf -
die Arme ausbreiten
Kommentare (6)Add Comment
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, February 15, 2008
Guten Abend Hans,

es gibt da ein Lied, und jedes Mal, wenn ich das höre, sehe ich mich am Meer stehen, spüre den rauen Wind und breite in Gedanken die Arme aus. Freiheit pur und ein Gefühl, als ob man mit der Welt verschmelzen würde...

Wunderbar, dass mich dieses Haiku das jetzt wieder nacherleben lässt!

Einen schönen Abend und viele solcher Momente,
Andrea

Dieses Haiku
...
geschrieben von Heike Gewi, February 16, 2008
Den Wind nutzen und...lossegeln ;-)

will
Heike
...
geschrieben von 1o2 1o2 1o2, February 16, 2008
Grüß Dich Hans.

An der zweiten Zeile würde ich noch arbeiten. Dein Text zerfällt in drei Fragmente. Zeile 2 und 3 würde ich durchgängig anlegen. Beispiel:

...
im Sturm
die Arme ausbreiten

...
in starker Brise
die Arme ausbreiten

Schönes Wochenende!
Rudi
...
geschrieben von hans lesener, February 16, 2008
Hallo Andrea, Heike und Rudi -

vielen Dank für Euer Interesse an meinem kleinen und eher harmlosen Haiku über eine Situation , die eigentlich jeder kennt : das 'Auslüften' am
Meer.
Dein Vorschlag , lieber Rudi, Zeile 2 und 3 durchgängig zu fassen, hat mich veranlasst, darüber nachzudenken, was ich eigentlich ausdrücken will. Ergebnis ( ein wenig auch zu meiner eigenen Überraschung):
Es kommt mir wohl besonders auf das "Aufkommen" des Windes an , d.h. das darin ausgedrückte Spüren der ersten schwachen und dann der fetzigen Böen,bis ein starker steifer Wind bläst, und dann darauf , den Wind nicht als schlechtes Wetter abzutun und die nächste Kneipe zu suchen, sondern ihn zu akzeptieren, zu begrüßen, das Element Wind "anzunehmen" , sich ihm auszuliefern ( aber nicht zu lange ...). Die Geste der ausgebreiteten Arme hat ja auch was von einer Umarmung. Klingt vielleicht ein wenig sophistisch , trifft aber wohl meine ursprünglich nicht ganz klare Intention. Ausserdem hat der Ausdruck " aufkommender Wind" etwas Besonderes, sowohl aus dem seemännischen als auch aus dem metereologischen Bereich, das mir gefällt.
In der von Dir vorgeschlagenen durchgängigen Version , die sich sicher etwas stolperfreier liest, " im Sturm die Arme ausbreiten" , ist das "Aufkommen" bereits passiert , die Ouvertüre ist schon vorbei und wir sind bereits im ersten Akt. Das ist ein gewisser Unterschied ; aber trotzdem hat auch die von Dir gemeinte Situation und ihre Beschreibung natürlich ihre Berechtigung.

Dank Euch Dreien und einen schönen Sonntag !
Hans.
...
geschrieben von Heike Gewi, February 17, 2008
Zu Phrasen und Fragmenten im Haiku:

Am Meer / starker Wind kommt auf - / die Arme ausbreiten

transformieren in:

Am
Meer

starker
Wind

kommt
auf

die Arme
ausbreiten


entlehnt aus www.modernhaiku.org

John Martone

white be
gonia

blooms
fall

to
floor

in
tact


"...about the begonias, Martone exhibits an especially near-perfect sense of where to break off lines, and stanzas, to snatch away the "verb-ness" of the word, "bloom," and the "preposition-ness" of the syllable, "in"—with wonderful tact. As for the third of this trio, I think it sums up what he does with words to reveal paths."


--------------------------------------------------

Quelle: http://www.modernhaiku.org/ess...ture.html


(???)
Heike
...
geschrieben von hans lesener, February 17, 2008

Das ist richtig interessant , Heike !
Ich habe auf die Schnelle mal bei Deinen Fundstellen nachgelesen und kann z.T. nachvollziehen , was Martone mit seinem Verfahren , Haiku zu notieren, erreichen will.
Bei einem Dreitakt ist das ja überhaupt kein Problem :

just
enough
snow

to see

the
path

Bei einem Viertakt wie dem Begonia-Text bekomme ich ( noch) Schwierigkeiten wegen der Unvereinbarkeit mit dem überkommenen 3-Zeilen-Schema. Kann man da noch von Aufteilung sprechen oder ist es schon Zer-Stückelung ? Sicherlich geht auch verloren , was Rudi Pfaller als Durchgängigkeit wichtig ist.

Auf jeden Fall finde ich es bewunderswert , wie treffsicher Du die erstaunliche Parallelität der Textstruktur in beiden Fällen erkannt hast ( wobei natürlich von Anlehnung keine Rede sein kann.)

Grüsse , Hans.

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