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am ufer
© hans marchetto   
06. 02. 2010
am ufer
angeschwemmt
wie treibholz
Kommentare (4)Add Comment
...
geschrieben von Heike Gewi, February 10, 2010
Lieber Hans,

beim Kasus schuettelt's mich.

ans ufer > Wohin? und Bewegungsrichtung;
es sei denn, man setzt hinter die Antwort auf die Frage Wo? einen Gedankenstrich (oder Komma), um dem Ort des Geschehens etwas entgegenzusetzen.

am ufer --
XXX
XXX

Ich bleibe gleich bei den XXX, denn das Was? verteilt sich auf Zeile 2 und 3 und erklaert gar nichts.
Falls der Betrachter sich mit Treibholz vergleichen sollte, dann ist das sehr gewagt. Die Rat- und Haltlosigkeit der Faehnchen und Treibhoelzer, sprich "Schreiber", muss nicht automatisch fuer den Leser nachvollziehbar sein.
Es sei denn, wie oben schon erwaehnt, wir haben einen "GEDANKENSTRICH".

Sodass auch dem Letzten klar wird:
Aha, mich trieb etwas zum diesem Text, an dieses Ufer der Betrachtungsweise! Und dann stellt man fest: "Mensch ein Massenauflauf ist das hier!".

LG - Heike, Ueberflieger

P.S.: Das "haenge nun" finde ich sehr viel staerker.
Irgendwie miese Stimmung wo Du lebst?
...
geschrieben von Klaus Stute, February 12, 2010
Ich nehme an, die Rede ist von einem toten Fisch. Aber hat der haiku?

Klaus
...
geschrieben von Heike Gewi, February 12, 2010
Moeglich, Klaus.
Aber Hans' Stil hat Methode; bes. wenn man seine Haiku im LUX hintereinander-weg liest.
Das lyrische Ich schimmert bei Hans nur etwas durch, da er sehr gerne die so subjektive erste Person Singular weg laesst {Bsp.: "haenge nun"}. Er selbst fordert gerne den Leser unaufdringlich auf, mit seinen Augen zu sehen - in his shoes.
Im obigen Beispiel stellt er uns alle ans Ufer und gibt uns das Gefuehl, "angetrieben", gar "angeschwemmt" zu sein. Nach dem Motto:
Bin unsicher was mich trieb! - Es kann ein Erkenntnisprozess sein, eine philosophische Betrachtung des eigenen Lebensabschnittes etc. etc.
Insofern ein interessantes Haiku, denn der Rueckschluss auf die eigene Person bleibt nicht aus.
Mich stoerte ja auch "nur" der Kasus.
Moeglicherweise ist das Dingens hier ein Haiku-Senryu.
Aber - angeschwemmt!! Deshalb kann man auf Massen schliessen, die nicht notwendigerweise alle gleichzeitig am Ufer stehen muessen.

H2O hat so eine Anziehungskraft in bestimmten Lebenssituationen.
Mit meinem Kommentar wollte ich Hans nur winken, wie man das Haiku aufnehmen kann; K a n n!!
Ob er das intendiert, wage ich zu bezweifeln, woraus sich eine Konkretisierung -bitteschoen - ergibt.
Es fuehren ja bekanntlich viele Wege nach Rom und jeder, je nach Background, liest das Haiku und aus dem Haiku etw. anderes heraus.

Heike *augenzwinkernd*
...
geschrieben von Klaus Stute, February 12, 2010
Ja - das haiku hat einige nette Aspekte: was angeschwemmt wird - hat es z.B. nicht selber geschafft. Das heißt: es war mit ziemlicher Sicherheit "zu lange" im Wasser. Und das wiederum heißt: das angeschwemmt-werden war überfällig.

Frage: "auf den letzten Drücker!?"

"Wie Treibholz" beschreibt nur die Art und Weise - und in der Beschreibung ist der Versuch eines weisen Kopfschüttelns :-)

Aber in welchem Zustand - das ist "am Ende" die Frage - mit der der Leser dann in seinen eigenen Nachklang verwiesen wird. Ich sag mal: lassen wir das Prinzip Hoffnung gelten bzw. die Kölsche Weisheit "es ist noch immer gut gegangen."

Alaaf
Klaus

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