Das "freudig" ist wieder eine dieser Einschätzungen, auf die im haiku besser verzichtet werden sollte.
Die "Gewitterstimmung" bringt das haiku m.E. nicht weiter.
Das Springen der Fische steht mit Sicherheit in keinem Zusammenhang mit dem Kahn (und mit dem Gewitter wahrscheinlich auch nicht: dass sie bei Gewitter freudig springen, halte ich für Anglerlatein).
Ich würde da eher das "lecken" des Kahns auf die Spitze treiben:
Die Fische springen - der alte Kahn leckt sich die Finger nach dem See
und das haiku damit auf die humorvolle Schiene bringen bzw. den Blick im Nachhall auf den alten Angler lenken.
haiku-technisch gesehen hat dieser Vorschlag eigentlich zu viele der, die, das, dem - aber eine Vermeidung dieser Artikel-Häufigkeit ist mir jetzt nicht auch noch eingefallen...
Klaus
... geschrieben von Joseph Kandl,
June 15, 2008
Hallo Klaus, ich habe »freudig« durch »heute« ersetzt. Also, Fische springen, das kann man ja beobachten. Ob sie dies nur dann tun, wenn eine Tiefdruck-Wetterlage herrscht oder ob sie sich bei Hitze Kühlung verschaffen wollen, nach tief fliegenden Insekten schnappen oder vor einem Feind flüchten, sei dahingestellt. Ich unterstelle hier, dass dies mit dem Wetter zusammenhängt (meinetwegen Anglerlatein). Das ursprüngliche und unglückliche »freudig« sollte sagen, dass sie voll Schadenfreude darüber sind, dass der Fischer alle Hände voll damit zu tun hat, Wasser aus dem Kahn zu schöpfen und sich nicht seinen Angeln oder Netzen widmen kann. Die am Himmel sich abzeichnende Gewitterstimmung braut sich natürlich ob des Lecks im Kahn auch im Kopf des Fischers zusammen der gegen die widrigen Umstände (eindringendes Wasser) »wettert«, vielleicht flucht.
Dein lustiger Vorschlag ist nicht schlecht. Danke für Deine Mühe Joseph
... geschrieben von Klaus Stute,
June 15, 2008
Na gut: bei dem leckenden alten Kahn bin ich nicht davon ausgegangen, dass nochmal jemand damit rausfährt...
Aber was noch nicht gut ist: diese drei Zeilen haben den Charakter einer Aufzählung. Du lenkst dabei den Blick auf drei verschiedenen Dinge - und ich muss zweimal den Kopf verdrehen - wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe. Und bei dem Gewitter hab ich das Leck schon wieder vergessen: das spielt dann fast schon keine Rolle mehr.
Klaus
... geschrieben von Joseph Kandl,
June 16, 2008
ja, ist nicht gut!
... geschrieben von Markus Sulzberger,
June 16, 2008
hallo josef - an dieser stelle eine bitte und ein hinweis auf die gepflogenheiten in diesem forum:
bitte den originaltext nicht ändern. wenn du ihn abändern willst schreib ihn von mir aus korrigiert rein, aber dann muss im unteren fenster des editors unbedingt der orignaltext stehen, sonst ist der diskussionsverlauf nicht mehr ersichtlich.
markus
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Die "Gewitterstimmung" bringt das haiku m.E. nicht weiter.
Das Springen der Fische steht mit Sicherheit in keinem Zusammenhang mit dem Kahn (und mit dem Gewitter wahrscheinlich auch nicht: dass sie bei Gewitter freudig springen, halte ich für Anglerlatein).
Ich würde da eher das "lecken" des Kahns auf die Spitze treiben:
Die Fische springen -
der alte Kahn leckt
sich die Finger nach dem See
und das haiku damit auf die humorvolle Schiene bringen bzw. den Blick im Nachhall auf den alten Angler lenken.
haiku-technisch gesehen hat dieser Vorschlag eigentlich zu viele der, die, das, dem - aber eine Vermeidung dieser Artikel-Häufigkeit ist mir jetzt nicht auch noch eingefallen...
Klaus