"Lichter der Stadt ver-" und dann schwindet der Rest der Zeile, die damit natuerlich ungemein interessant wird. Aha, "-schwinden"! Nicht genau geschaut > Phrasen/Fragmente; Trennungsstrich im wahrsten Sinne des Wortes. Aber - beim Weiterlesen die Scharnierfunktion von b. Und auch wieder nicht, denn "schwinden unter der Welle von Kündigungen." erinnert an Ohnmachtsgefuehl/Sinken. "Ick seh' keene Sonne!" oder "Kein Licht im Dunkeln" (?) oder schlechthin der Lichtblick gehen floeten/was auch immer ... moeglich auch das Nicht-mehr-wahrnehmen(-wollen) des eigentlich schoenen Anblicks einer Grossstadt[Lichter > Welle] bei Nacht; Ausdruck von Hoffnungslosigkeit.
Es reduziert sich auf das Gegenspiel von 2 Bildern: Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Treiben auf der Welle Schwimmen gegen den Strom (?).
Finde ich aber echt stark! Und wieder hat uns Bea ein Tuerchen geoeffnet ;-)
LG - Heike
... geschrieben von Beate M. Conrad,
October 10, 2009
Vielen Dank für Deinen Kommentar, liebe Heike. Das erst etwas spät, da ich viel unterwegs gewesen bin. Du erspürst ganz richtig die im Bild gezeichnete Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht, ein Sinken und die Dunkelheit, die mit dem Gezeichneten hereinbricht. Und das spiegelt sich auch in dem ersten Teil der Darstellung wider: Die Lichter der Stadt ver-schwinden unter der Welle. Da bleibt zunächst der Imagination Raum, um welche Wellenart es gehen könnte. Es wird aber auch angedeutet, daß die Welle gewaltiger/flutartig sein muß, wenn sie doch eine Stadt (ihre Lichter auch im übertragenen Sinn) unter sich / versinken lassen kann. Und was wohl alles noch? ["Trennungsstrich im wahrsten Sinne des Wortes"] Ebenfalls gut beobachtet, die Brechung am Ende von a nach der Vorsilbe eines Wortes hat hier einige Funktion: Anregung zur eigenen Ergänzung, aber auch den Spannungsaufbau im Bild durch Verlangsamung dessen, was da anrollt bis hin zur graphisch-anschaulichen Verstärkung der Trennung. In c erfolgt dann die Konkretisierung der Welle als schwierige wirtschaftliche Situation, die Einzelschicksale, aber auch das Dasein einer ganzen Region verändern kann. Interessant finde ich auch Deine assoziative Verknüpfung von Licht und Welle, das dem Ganzen in aller Ernsthaftigkeit einen gewissen Hoffnungsschimmer versetzt, so wie schon die biblische Flut reinigend und als Vorstufe zu Neuem betrachtet werden könnte. Der ganze Text ist natürlich auch auf dem Hintergrund der Situation hier rund um Motor-City entstanden. LG und ein gutes Wochenende Beate
... geschrieben von Walter Mathois,
October 20, 2009
Liebe Beate, liebe Heike,
nun, sie verschwinden, wie der Ausverkauf der neuen Bundesländer...
Arbeitsplätze verschwinden wie Plattenbauten
gefällt mir sehr.
Liebe Grüße Walter
... geschrieben von Walter Mathois,
October 20, 2009
Liebe Bea, danke für dieses Haiku und für den Anschubser... Walter
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Deine Experimentierfreude laesst mein Herz huepfen.
"Lichter der Stadt ver-"
und dann schwindet der Rest der Zeile, die damit natuerlich ungemein interessant wird. Aha, "-schwinden"!
Nicht genau geschaut > Phrasen/Fragmente; Trennungsstrich im wahrsten Sinne des Wortes. Aber - beim Weiterlesen die Scharnierfunktion von b. Und auch wieder nicht, denn "schwinden unter der Welle von Kündigungen." erinnert an Ohnmachtsgefuehl/Sinken.
"Ick seh' keene Sonne!" oder "Kein Licht im Dunkeln" (?) oder
schlechthin der Lichtblick gehen floeten/was auch immer ... moeglich auch das Nicht-mehr-wahrnehmen(-wollen) des eigentlich schoenen Anblicks einer Grossstadt[Lichter > Welle] bei Nacht; Ausdruck von Hoffnungslosigkeit.
Es reduziert sich auf das Gegenspiel von 2 Bildern: Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Treiben auf der Welle Schwimmen gegen den Strom (?).
Finde ich aber echt stark!
Und wieder hat uns Bea ein Tuerchen geoeffnet ;-)
LG - Heike