ich gucke aus dem Krater und sehe nix als Wueste oder Meer. Was bitte ist "fuenfhundertneun"? Den Satz (?) Mal zerstueckelt betrachtet, ohne zu wissen was 509 ist:
509 hat eine sonne und diese verglueht. >> Aussage Zeile 1 und Zeile 2.
Aber eben diese 509 verglueht eine Sonne. >> Aussage Zeile2 und 3.
Conclusion:
509 ist ein boesartiges Ding, dass eine Sonne zerstoert, weil es seine eigene Sonne (am Himmel unserer Galaxie?) sehen will.
Hast Du Alienkontakte?
Heike ;-))))))))), die sich ums Universum sorgt ...
... geschrieben von Walter Mathois,
February 12, 2010
Die Sorge ums Universum....hätten sie sich damals (6. August 1945, 8 Uhr 16 Minuten 0 Sekunden) um das Nachfolgende besser gesorgt, wäre uns der unnötige, wertverzehrende Kalte Krieg erspart geblieben... und ich würde nicht so rätselhafte Haiku schreiben.
Eben sehr rätselhaft....
Ein B-29-Bomber der 509. Composite Group warf am 06.08.1945 um 08.15.17 eine Atombombe, den "little boy" über Hiroshima ab. Diese grauenvolle Waffe ("das Gerät"), welche die fünfhundertneun (die sonne der fünfhunderneun) abwarf und wie eine Sonne, eine nicht lebenspendende Sonne, die Stadt zerstörte und das Symbol Japans, die Sonne (die fünfhundertneun verglüht die sonne), indirekt vernichtete.
So gesehen war die erste Sonne (und die Gedanken dahinter) bösartige Dinge. Bedauernswert sind die Täter (sie müssen mit den Folgen dieses Undings leben, und die überlebendedn Opfer.
Danke für Deinen Kommentar Heike Walter
... geschrieben von Heike Gewi,
February 12, 2010
Ein starkes Thema, das nachdenklich macht. Donnerwetter! Der Leser bekommt also richtig mit, dass 509 ein Unding ist.
Jetzt abgesehen vom konkreten Hintergrund, moechte ich allgemeine Rueckschluesse ziehen, warum es kein Haiku ist in meinen Augen; nach Deiner Erklaerung.
1. Setzt man voraus, dass der Leser weiss, was 509 und seine Sonne ist, dann verglueht auch der Haikueffekt, sprich das -moment [bei aller Ernsthaftigkeit des Themas!]. Es ist ein Satz, ein Aussagesatz!
2. Die wirkliche Sonne verglueht nicht wirklich. Wir kaempfen hier mit dem Erscheinungsbild und den Ausdrucksmoeglichkeiten, die dieses Bild in unser Blickfeld ruecken. Der entstehende Energieball (erster Lichtimpuls) sieht nur 150 ms so aus und ist schon nach 2-3 Sekunden abgeklungen. Nach ca. 7-10 sekunden bildet sich der bekannte Atompilz. " Nach 1 min ist der Feuerball so weit abgekühlt, dass er kein sichtbares Licht mehr abstrahlt. Er ist dann um auf ca. 7200m Höhe gestiegen."
3. 509 ist eine Nummer. Nummern setzen Fachkenntnisse voraus. Das macht das Haiku, wenn obiger Text noch entspr. umtransferiert wird, schwer erschliessbar. Hingegen "little boy" kommt leichter daher, weil verstaendlicher. Das Ding hat einen Namen. Damit kommt auch Haiku ins schmutzige, politische Spiel. Beziehung Mensch-Ding-Natur.
Moegliches (schwaches) Moment, bei Kenntnis aller angewandten Begriffe: Das malerisch-schoene, aber zerstoererische Bild eines Atombombenabwurfs. Am I out of my mind? Natuerlich nicht!! Da allgemein von Atompilzen gesprochen wird (s. obiger Link!), kann die Strahlungsenergie nicht als Sonne gesehen werden. Ich wuerde hier "wertend" eingreifen und den exat-treffenden Begriff "Feuerball" (>> Hoelle, durch auch die Menschen gegangen sind und noch heute gehen) anwenden. Maedchen, die noch heute versuchen nachzuweisen, dass keine Opfer der Gammastrahlung sind, um heiraten zu koennen >> ein Vater und sein Tagebuch: Masuji Ibuse - Schwarzer Regen (Aufbau-Verlag, Berlin 1974)
Danke fuer Deine Erklaerung, Walter.
Fat man and little boy – the dirty game with fire balls
... geschrieben von Heike Gewi,
February 15, 2010
P.S.: Auch heute noch sehe ich sofort eine ferne Galaxie auftauchen und werde Zeuge des Verdampfens einer Sonne. Deswegen waere die "Tageszeit" als solche [Sonne = Tag] fuer mich auch kein Moment. Wer kann bei angedeutetem Bild sagen, welche Uhrzeit wir haben?
Der Abwurf auf Hiroshima war ca. 8.15 Uhr. Das Fruehstueck schon beendet oder unangetastet.
Statt Vergluehen sollte man sich vielleicht auf Ausblenden orientieren.
little boy blocks out the sun ... flashed eyes
... geschrieben von Walter Mathois,
February 15, 2010
Liebe Heike, vielen Dank für Deinen Kommentar. Liebe Grüße Walter
... geschrieben von Horst Ludwig,
February 28, 2010
Da wir das Lux ja wunderbarerweise in seiner Gänze zur Verfügung haben, wäre es vielleicht besser gewesen, dieses Haiku im "Kalender" unter dem 6. August einzutragen. — Zu Heike Gewis "schwer erschliessbar": Wenn ein Film "491" heißt, dann ist das auch eine Herausforderung, mitzudenken und Nachforschungen anzustellen. Nicht alles muß man gleich wissen. Ich meine übrigens, daß auch der Name des Autors (sein weiteres Werk also) einen bewegen kann zu versuchen, tiefer in einen Text einzudringen. (Das mag ein eigenartiger Gedanke sein, aber es ist eine ernste Frage, was denn wirklich alles dazu beiträgt, einen Text für sich zu verstehen.)
... geschrieben von Heike Gewi,
February 28, 2010
Mit Verlaub, das sehe ich nicht so.
Wenn ein Film "491" heißt, dann ist das auch eine Herausforderung, mitzudenken und Nachforschungen anzustellen.
Im Film, bin ein Fan der american movies, bekommt man immer noch eine Erklaerung nachgereicht und muss nicht recherchieren!
Ein Haibun vorne wech ... und ich sehe es als eine Glanzleistung an. Dann kommt das perfekt mit den "Sonnen" hin. Das war mein "Wink"...
Hatte die Ehre ...
... geschrieben von Horst Ludwig,
March 06, 2010
Mit Verlaub, "Wenn ein Film "491" heißt, dann ist das auch eine Herausforderung, mitzudenken und Nachforschungen anzustellen", das sehe ich nach wie vor so. Anstrengendes Sprachmaterial kann zu größerer Einsicht und tieferem Erleben führen, und dann erfüllt es eine begrüßens- und ehrenwerte Funktion bei der Mitteilung. Bei diesem Haiku ist jedoch die Frage angebracht, ob der sprachliche Wert der Zahl "fünfhundertneun" hier dem von "491" als Filmtitel ebenbürtig ist. Wo wäre nämlich die Grenze zwischen der nötigen und also begrüßten nachgereichten Erklärung und dem unmittelbaren eigenen Verständnis bei einem Text?
... geschrieben von Beate M. Conrad,
March 06, 2010
Immerhin bilden 491 und 509 die gleiche Quersumme. Etwas ernsthafter: "B-29", "Enola Gay", "Superfortress"... könnten m. E. Stichworte mit echter Tragweite, aber vielleicht auch schon zu explizit sein. Und das scheint mir der springende Punkt: eine Begrifflichkeit zu finden, die sowohl ein erstes Alltagsverständnis, also das erste Bildverständnis beim Haiku, ermöglicht (da habe auch ich meine Schwierigkeiten mit der 509 hier: Anzahl, Jahreszahl, Nummer?) und zusätzlich in besondere Zusammenhänge verweist, die das erste Alltagsverständnis erweitern könnten. So funktioniert ja Haiku, indem es verschiedene Betrachtungs- und Bedeutungsebenen gibt, die einander nicht im Wege stehen und jede für sich Funktion/Bedeutung haben. Das setzt sowohl beim Haikuschreiben als auch beim -lesen für jeden Begriff genaues Überlegen und allerlei Recherche voraus. Und das steht schon klar im vorhergehenden Kommentar.
Die Sonne verglüht/ die Sonne: das greift. Da bin ich assoziativ bei Juncks "Heller als tausend Sonnen", ein das skizzierte Thema bereichernder Hintergrund der Physikerszene: Robert Oppenheimer, Werner Heisenberg, Niels Bohr, was wiederum 2002 mit der Öffnung des Nachlasses von Niels Bohr an Aktualität gewann.
Und ein Die Sonne über / der schlafenden Stadt verglüht / die (Morgen)Sonne wäre mir hier wohl genug.
... geschrieben von Beate M. Conrad,
March 12, 2010
Weil das "Wo wäre nämlich die Grenze zwischen der nötigen und also begrüßten nachgereichten Erklärung und dem unmittelbaren eigenen Verständnis bei einem Text" doch eine recht wichtige Frage ist: Es geht immer zuerst um die Aussageklarheit, um ein eindeutiges Bild. Nichts sollte da vom Wesentlichen ablenken. Mit anderen Worten, die Anspielung/der Begriff darf im Haiku kein Fremdkörper sein, der den Zugang zum einfachen Bildverständnis verstellt (muß also im alltagssprachlichen Gebrauch Sinn machen), oder besonders herausspringt und/oder die beabsichtigte Darstellung durch "unerwünschte Bildnebeneffekte/Bildstörungen" unterminiert. Es geht also um nichts Plakatives, eher um eine Winzigkeit (bspw. Mehrfachbedeutungen eines (Allatgs-)Wortes bzw. einer Wortfolge und dessen Wandel im gebotenen (Haiku-)Kontext). Um dann über das erste oder zweite Bild hinaus solch tiefer verweisende Winzigkeiten im Kontext zu erkennen, muß man schon ziemlich genau hinsehen und, da man nicht alles wissen kann, eben auch nachschlagen; denn beim Haiku handelt es sich ja um zuhöchst komprimierte Sinn-Ver-Dichtung. Dabei kann die Zusammenführung von Erlebtem bzw. Gelesenem und der Verweis auf Kulturelles bzw. Historisches und Literarisches nicht nur bereichern, sondern auch zu Neuem (dauerhafte Aktualität) in der Gesamtsicht (Kontextebenenen) führen, was also wesentliche poetische Gestaltung wäre. Und die haben wir beim Haiku besonders Bashô zu verdanken, der dem Haiku vom "flachen Bilderspiel" wieder zu (kulturellem und literarischem) Reichtum und damit zur Aufwertung des Haiku durch sprachliche Kunstfertigkeit verholfen hat.
... geschrieben von Klaus Stute,
March 13, 2010
Zugegeben: ich war immer schlecht in Geschichte. "Zu meiner Zeit" wurde für die Nebenfächer nichts getan. Und so bin ich mit meinem Halbwissen immer davon ausgegangen, dass in den Bomben auf Hiroshima und Nagasaki quasi der 2. Weltkrieg "verglüht" ist. Japans Sonne war damals natürlich auch am Ende; aber dass sie bzw. dieses japanische Symbol dort "verglüht" und für immer ausgelöscht wurde, ist doch wohl erfreulicherweise nicht eingetreten.
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ich gucke aus dem Krater und sehe nix als Wueste oder Meer.
Was bitte ist "fuenfhundertneun"?
Den Satz (?) Mal zerstueckelt betrachtet, ohne zu wissen was 509 ist:
509 hat eine sonne und diese verglueht.
>> Aussage Zeile 1 und Zeile 2.
Aber eben diese 509 verglueht eine Sonne.
>> Aussage Zeile2 und 3.
Conclusion:
509 ist ein boesartiges Ding, dass eine Sonne zerstoert, weil es seine eigene Sonne (am Himmel unserer Galaxie?) sehen will.
Hast Du Alienkontakte?
Heike ;-))))))))),
die sich ums Universum sorgt ...