Dieses Starren.. In der Sonne aufgespießt die Tonköpfe
... geschrieben von Markus Sulzberger,
December 01, 2007
uuups - in welchem albtraum bewegst du dich denn jeweils?
... geschrieben von Heike Gewi,
December 02, 2007
Albtraum? - Gute Frage. Konnte meine Augen nicht von dem Zeitungsausschnitt lassen, wo zum Foto noch kommentiert wurde, dass zusätzlich zu den Werken Harald Bircks auch die Ergebnisse des Workshops mit den jemenitischen Studenten präsentiert (September 2007) worden sind (Institut für Schöne Künste, ِAden). Bildende Kunst...mal anders erlebt mit einer Parallele zur Geschichte im Hinterkopf (Bilder erzeugend)...und dann erst die Warnehmung, dass es nur Skulpturen sind. Auch die Sicht bzgl. des Starrens/Erstarrens (beidseitig: In der Sonne getrocknet einerseits und der fasziniert/fassungslose Betrachter andererseits, der sich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass zurueck gestarrt wird)...
Und ich nahm an, Markus, das solche Lesarten ein Kinderspiel fuer Dich sind. Woran liegt's?
LG Heike
... geschrieben von hans lesener,
December 06, 2007
Hallo Heike ,
ich glaube nicht , dass dieses Haiku schon ausdiskutiert ist . Es geht mir noch immer im Kopf herum .
Zu Deiner Anmerkung "Bildende Kunst mal anders erlebt ... Bilder im Hinterkopf erzeugend , parallel zur Geschichte " : Das ist völlig normal. Natürlich soll Bildende Kunst , wie jede Kunst, auch wie das Haiku-Schreiben, Bilder im Hinterkopf erzeugen . Das ist ihr Sinn und ihre Berechtigung. "Parallel zur Geschichte" : Auch normal . Viele Kunstwerke haben ja einen historischen Hgintergrund oder Bezug. Bei Rodins "Bürger von Calais" z.B kann man sich natürlich auf die künstlerische Dimension , die Erneuerung des Mahnmals schlechthin und die Behandlung des Materials, beschränken ; aber ohne die historische Kenntnis des 100-jährigen Krieges zwischen Franzosen und Engländern und das angebotene Opfer der Bürger fehlt ein Schlüssel zum Verständnis. Dein Haiku liefert gleich drei Stichworte, die Bilder im Hinterkopf heraufbeschwören ( und vielleicht ist das zuviel ) : Starren , aufgespießt, Tonköpfe ( ein Wort , das schon lautlich ganz nah bei "Totenköpfe"ist). Meine erste Assoziation waren Bilder vom Boxeraufstand 19oo in China, die aufgespießten Köpfe hingerichteter Krieger zeigen ( auf Lanzen oder Pfählen). Die Augen in diesen Köpfen "starren" weit offen - ich wäre nach diesem allerersten Bild im Hinterkopf nie darauf gekommen , dass auch das (entsetzte) Starren des Betrachters gemeint sein könnte. Die harmlose Wendung hin zu Tonköpfen ( irgendwelche oder evtl. auch Puppenköpfe oder was ähnliches ) , die auch starren oder angestarrt werden, will mir jedenfalls dann nicht mehr gelingen. Der allererste Eindruck von etwas sehr Grausamem lässt sich bei mir nicht mehr korrigieren. Insgesamt schwankt das Haiku m.E. zwischen Komik ( sind ja bloß Tonköpfe in der Sonne ) und Grauen. Ich fände es , glaube ich besser, wenn eine von beiden Seiten deutlicher herauskäme.
Meine Meinung dazu ...
Grüße , Hans.
... geschrieben von Markus Sulzberger,
December 07, 2007
hallo zusammen .. und ich wunderte mich da jeweils was ihr da so schreibt... soeben wurde mir klar, dasss da in der letzten Zeile steht 'Tonköpfe' (danke Hans) und nicht Totenköpfe... Ichglaube, starren und aufgespiesst im Zusammenhang mit einem zusammengesetzten Wort das mit 'Köpfen' endet und mit 'T' beginnt fügte sich in meinem Hinterkopf widerstandslos. Darauf entstanden bei mir solche Bilder wie von Hans beschrieben. Tja - da waren es wohl meine eigenen Albträume die ich darin sah - interessanter Umstand...
markus
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Dieses Starren..
In der Sonne aufgespießt
die Tonköpfe