... geschrieben von hans lesener,
October 31, 2007
in the morning finding a haiku in the lux
Ja , so sollte es sein !
H.L.
... geschrieben von Angelika Wienert,
November 01, 2007
"in the night finding a coin I pick up the moon"
oder
finding a coin in the night, i pick up the moon
Noch einen schönen Feiertag, Angelika
huch... heute ist ja gar nicht überall Feiertag...
... geschrieben von hans lesener,
November 01, 2007
Hallo Angelika ,
bitte sei so nett , mir mal den Unterschied zwischen beiden Fassungen zu beschreiben . Ist er nicht sehr gering ? Ich habe den Eindruck , Deine Fassung ist allgemeiner ( etwa in dem Sinn : Wer nachts eine Münze findet, liest den Mond auf ), während Rudis Fassung stärker auf die gegebene Situation abstellt ( Heute nacht hab ich eine Münze gefunden und dabei / stattdessen den Mond aufgelesen ).
???
Hier ist auch Feiertag , und ich muß trotzdem arbeiten ...
Hans.
... geschrieben von Angelika Wienert,
November 01, 2007
dieses "finding a coin" gefällt mir weder in Rudis Fassung noch in meiner Variante (die nur ein Experiment war, der Versuch, einen gefälligeren Klang `zu erzeugen` - zufrieden bin ich nicht damit...)
vielleicht:
a coin... bzw. a coin!...
und dann die Auflösung, dass da der Mond...
und jetzt kommt hier Besuch...
bis dann, Angelika
... geschrieben von Klaus Stute,
November 01, 2007
last night a coin in the moonlight
Klaus
... geschrieben von Klaus Stute,
November 02, 2007
Wir sind uns einig, dass Rudi hier ein sehr schönes Bild gefunden hat:
in the night finding a coin I pick up the moon
Die Kritikpunkte:
1. das haiku UND ICH 2. bevor der Leser anfängt zu denken, erst mal klarstellen, wie ich das sehe und was mir das sagt
Was haben wir:
nachts auf der Strasse: eine Münze, glänzend im Mondlicht. Sicher sind wir gewohnt, uns dieselbe sofort unter den Nagel zu reissen. Aber wir sind doch mitten in einem haiku!!!
Die Bereinigung:
Letzte Nacht eine Münze im Mondlicht
Die Erklärung:
das haiku beschreibt genau den haiku-Moment: STOP!! Wer sagt denn, dass die Münze für mich ist. Offenbar hat ja der Mond bereits "ein Auge darauf geworfen" bzw. war zuerst dran. Welche Anmassung also, die Münze jetzt wegzunehmen! Sie gehört doch bereits dem Mond.
Der Nachklang:
dort kann man sich wie immer vieles denken. Beispielsweise kann man sich (als Leser, stellvertretend für den Autor) entscheiden, die Münze tatsächlich liegen zu lassen. Man kann, was ja bei haiku implizit ist, sich der Hinterfragung von Zufällen hingeben: wer wie wo was warum... ausgerechnet... jetzt... ich?? Oder man kann die Szene weiterdenken, z.B. was passiert, wenn ich jetzt die Münze aufnehme (s.o. Rudis Assoziation). Oder man kann sich fragen, was man selber für den Mond geben würde; oder was man geben würde, wenn jetzt... boah.
Letzte Nacht eine Münze im Mondlicht
Genau: ein Rückblick, haha. Und: die Münze liegengelassen?? Und damit... GEGEBEN!? Genau das bleibt hier OFFEN. Zumindest fast. Auf den ersten Blick gefunden, ist hier doch ganz dezent angedeutet, dass nichts passiert. Und mit dieser "meiner" Entscheidung bin ich es dann letzlich selber, der dem Mond diese Münze quasi widmet.
Allerdings ist es kein Allmosen: die Erinnerung an gewisse Brunnen, in die man Münzen wirft, wirft jetzt nämlich noch ein paralleles Licht auf die Szene, um nicht zu sagen auf mich: so ganz uneigennützig war das dann wohl nicht. Ob ich allerdings jetzt einen Wunsch frei habe...
muss man dann mal sehen wollen. :-) Klaus
... geschrieben von 1o2 1o2 1o2,
November 02, 2007
Danke für Eure Kommentare. Du hast Dir viel dabei gedacht, Klaus! Zum Klang, Angelika: Diese Laute [ei] [oi], mal phonetisch notiert, haben für mich etwas Helles (Mondhelles) und vielleicht auch Schneidendes, für eine kalte, mondhelle Nacht. Du weißt sicher, was "gitaigo" im Japnischen bedeutet: diese spezielle Lautmalerein, nicht Onomatopoesie, sondern das Erzeugen eines Eindrucks durch Laute. Bei "Shomon II", dem Büchlein über die Haiku von Basho-Schülern, von Ekkehard May übersetzt, bin ich beiläufig darauf gestoßen. Die glänzende Münze ist wie ein kleiner Mond, aber in paradoxer Perspektive: unten. Vielleicht kann man den Text auch unter Spiegel-Haiku fassen. Ich finde relativ oft Münzen in der Nacht, weil sie im Licht auf dem dunklen Asphalt glänzen. Und als geiziger Schwabe bücke ich mich danach.
Herzlich Rudi
... geschrieben von 1o2 1o2 1o2,
November 02, 2007
Jetzt hat mir der HTML-Code einen Streich gespielt. Die eine Passage noch einmal: "Diese Laute (i) (ei) (oi) phonetisch notiert ..." Ich wollte nicht auf Kursivschrift umschalten.
Rudi
... geschrieben von Angelika Wienert,
November 02, 2007
"...Und als geiziger Schwabe bücke ich mich danach..."
Vielleicht hatte ich ja mal vor ganz langer Zeit schwäbische Vorfahren...
Da fällt mir noch eine Wienert-Familienanekdote ein: Als unser Sohn im Kindergartenalter war, war Familie W. erstmals in den U.S.A.. Vor jeder Kirche fand unser Filius Münzen...Wir kamen an einer Synagoge vorbei (The Temple of Zion) und witzelten, dass er mal gut auf den Boden sehen solle und...Sein Eis konnte Wienert-Junior in Florida meist `aus eigener Tasche` bezahlen...Bei Mondlicht lagen wir allerdings ausgiebigem Badevergnügen u.a. immer in den Betten...
... geschrieben von Angelika Wienert,
November 02, 2007
sollte heißen: lagen wir allerdings nach ausgiebigem Badevergnügen...
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finding a haiku
in the lux
Ja , so sollte es sein !
H.L.