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klaviermusik
© sonja raab   
22. 02. 2007
weisse vorhänge
weh`n aus der alten villa
- und klaviermusik
Kommentare (22)Add Comment
aus dem archiv...
geschrieben von majun, February 22, 2007
ein altes haiku wieder ausgegraben
...
geschrieben von dietmar, February 23, 2007
schön! ich persönlich mag die verwendung von apostrophen nicht so sehr & das 'und' in der dritte zeile scheint mir eher überflüssig.

weiße vorhänge
wehen aus der alten villa
- klaviermusik
...
geschrieben von majun, February 23, 2007
mir sind zu kurze zeilen lieber als zu lange. also wenn ich das "wehen" ausschreibe, dann wuerd ich das "alte" dafuer weglassen...
und als ich das dann so sah, meinte ich ploetzlich das ganze ueberhaupt umdrehen zu muessen. was haeltst du davon?


klaviermusik-
aus der villa wehen
weisse vorhänge
...
geschrieben von dietmar, February 23, 2007
"alt" wegzulassen ist sicher gut, weil es einfach ein schon zu häufig verwendetes wort ist und man zumeist "villa" mit "alt" assoziiert (auch wenn das freilich nicht zwinged ist)...umstellen würde ich auf gar keinen fall, weil die klaviersmusik die essenz des textes ist, oder die pointe, wenn's ein witz wäre.
...
geschrieben von Claudia, February 23, 2007
Liebe Sonja,

mir gefällt dieses Haiku auch immer noch/wieder sehr gut. Und ich höre auch noch immer Erik Satie, wenn ich es lese ;-) Ich würde an deiner Stelle gar nichts ändern, auf keinen Fall umstellen! Das „und“ klingt wie ein kleiner Auftakt, passt – für mein Ohr - also sehr gut zur Klaviermusik. Auch die „alte“ Villa rundet für mich das Bild ab.

Schöne Grüße
Claudia
...
geschrieben von dietmar, February 23, 2007
..das problem mit dem "und": es bindet die klaviermusik an das verb. ob die nun wirklich weht? aus meiner sicht, ist der text ohne einfach besser und assoziationsreicher.
aber das ist freilich eine frage dessen, was man/frau indetiert...

lg---dietmar
...
geschrieben von Claudia, February 23, 2007
Gerade dieses Wehen – auch der Musik – gefaellt mir besonders gut an der Originalversion. Und Akustik veraendert sich ja auch bei Wind...

Mag aber sein, dass das zu lyrisch für ein Haiku ist. Wie dem auch sei, ich behalte die Originalversion in meiner Sammlung ;-)

Schoenen Abend
Claudia
...
geschrieben von sonja raab, October 10, 2008
ihr lieben, dieses haiku wurde nun vertont!
schaut mal hier:
http://krah-krah.de.tl/VER-Oe-FFENTLICHUNGEN.htm

zum gratis downloaden.
mein mann meinte, sie hört sich wahnsinnig an. *kicher*
ich find`s gut.

danke claudia!
liebe grüsse, sonja
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, October 10, 2008
Hi Sonja,

der link funktioniert nicht smilies/cry.gif
Ich würde das aber gerne mal anhören.

Liebe Grüße,
Andrea
...
geschrieben von sonja raab, October 10, 2008
ups:

http://krah-krah.de.tl/VER-Oe-FFENTLICHUNGEN.htm?PHPSESSID=b29e7c12dc4d6efc370f853430b98bf4
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, October 10, 2008
Sooonja, das geht immer noch net. Menno, ich will das auch hören...
...
geschrieben von sonja raab, October 10, 2008
bei mir funktionierts. komisch...
hier noch der direkt-link (nicht über die homepage)

http://www.schoensinnlicht.de/Vertonungen.html

smilies/cry.gif
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, October 10, 2008
Jetzt gehts...Ich hab ne dicke Gänsehaut! Wunderschön! Und, ja, auch ein bisschen schaurig.

Andrea
...
geschrieben von sonja raab, October 10, 2008
smilies/smiley.gif
...
geschrieben von Gabriele Brunsch, October 10, 2008
Liebe Sonja, liebe Claudia,

ich habe es sofort gefunden und gehört.

Diese in die Leere hineinhallende, saugende Ton, die Ritardandi, das sich Entfernen und wiederkommen (so weit ich das mit meinen miserablen PC-lautsprechern akustisch entschlüsseln konnte, erfasst genau die Atmosphäre, die sich mir bei Lesen Deines Haiku, Sonja, zeigte...

Danke für die Veröffentlichung - und großes Kompliment für das Gelingen dieser Symbiose von Wort und Klang.

Gabriele
...
geschrieben von sonja raab, October 10, 2008
danke gabriele!
*freu*
alles liebe, sonja
...
geschrieben von Claudia Melchior, October 12, 2008
Hallo zusammen,

na da schließe ich mich doch gerne an und freue mich mit smilies/smiley.gif

Wirklich schön, solche Rückmeldungen zu bekommen – vor allem so ausführliche! Herzlichen Dank dafür!

...erfasst genau die Atmosphäre, die sich mir bei Lesen Deines Haiku, Sonja, zeigte...

Das, liebe Gabriele, freut mich ganz besonders. Auch wenn Frank natürlich den meisten Anteil daran hat. Ich habe nur versucht, die Stimme luftig und durchlässig einzubringen.

Herzliche Grüße
Claudia

...
geschrieben von 1o2 1o2 1o2, October 12, 2008
Ich meine, aus manchen Haiku ein Stilmittel herausdestilliert zu haben (besonders aus Texten von Wolfgang Beutke):
die unerwartete Wendung oder scheinbare Paradoxie (die sich beim zweiten Lesen doch noch auflöst). Schwierig, die Technik in Worte zu fassen. Kann sein, ich schaffte es nicht, die Definition zu leisten. Aber vielleicht kommt meine Intention bei meiner Version raus:

weiße Vorhänge
aus der alten Villa weht
Klaviermusik

Herzlich
Rudi
...
geschrieben von Gabriele Brunsch, October 13, 2008
Lieber Rudi,

Dass Musikklänge vom Wind getragen daherwehen können ist hier im Einvernehmen mit dem Bild der sich bauschenden weißen Vorhänge eine schöne Zutat.

Diese Technik, die Dinge quer zu stellen, ihnen durch das Verb eine Verankerung, bzw. Öffnung in beide Richtungen zu geben, ist immer, auch durch die Verknappung, sehr interessant und lässt den Eindruck intensiver werden... wenn man diese sprachlichen Spiele mag. Mir gefällt das sehr gut.

Aber, nun ist doch schon ein so schönes Oeuvre - Text und Musik - draus geworden, das irgendwie unumstößlich gemeißelt ist. Hast Du es gehört? Was hast Du empfunden?
Ich finde, es ist perfekt.

Vielleicht erfassen meine Worte zu Deinem Versuch diese Technik zu beschreiben gar nicht den Punkt, da es sicherlich in einer "Poetik" zum Haiku schon beschrieben ist, ich wollte nur meine Begeisterung kundtun und deshalb die - vielleicht - etwas holperigen Worte.

Liebe Grüße
Gabriele
...
geschrieben von 1o2 1o2 1o2, October 13, 2008
Danke, liebe Gabriele.
Von Wolfgang Beutke bin ich sehr beeindruckt. Ich erwähnte ihn schon oben. Vielleicht wird noch klarer, was ich mit dieser "Technik" meine, wenn ich ihn hier noch einige Male zitiere. Ich bin ein Sammler. Was mich beeindruckt speichere ich und lerne daraus:

Früher Fang.
Dieses Glitzern – wie es zurückperlt
ins Meer

http://www.haiku-heute.de/Archiv/Haiku_Gute_Beispiele/haiku_gute_beispiele.html

Nächtlicher Fang –
Das zuckende Deck
im Mondlicht

http://www.haiku-heute.de/Archiv/Ausgabe_2008-04/ausgabe_2008-04.html

Anm.: Nicht die Fischleiber zucken, sondern das Deck.

ice hike –
with every step
I break the night

http://mdn.mainichi.jp/culture/wa/etc/haiku/archive/2008/03.html

Anm.: Nicht das Eis bricht – die Nacht wird unterbrochen.

Leere Straßen -
ein Hund kreuzt den einsamen
Sonntag

http://athenaeum-language.blogspot.com/2008/04/spring-issue-whc-german-2008.html

Anm.: Der Hund kreuzt nicht die leere Straße, sondern den einsamen Sonntag.

Verlassener Leuchtturm.
Hinter den Scheiben
der salzige Mond

http://athenaeum-language.blogspot.com/2008/01/whc-german-winter-20072008.html

Anm.: Nicht die Scheibe ist salzverkrustet, sondern der Mond, den man durch die Scheibe sieht.

tidal waters--
throwing my net
over the moon

http://mdn.mainichi.jp/culture/wa/etc/haiku/archive/2007/10.html

Anm.: Nicht über die Fische, sondern über das Spiegelbild des Mondes wirft er das Netz.

Dämmerung ...
Zwischen den Flügeln des Falters
bereits die Nacht

http://www.haiku-heute.de/Archiv/Ausgabe_2008-03/body_ausgabe_2008-03.html

Anm.: Die Nacht bricht an einem kleinen Punkt an, nicht am Horizont.

In Laubsäcken
trage ich den Sommer
aus meinem Garten

http://www.haiku-heute.de/Impressum/Mitarbeiterseiten_Haiku_heute/Wolfgang_Beutke/wolfgang_beutke.html

Anm.: Nicht das Laub wird fort getragen, sondern der Sommer

Herzlich
Rudi

P.S.: Mag aber sein, Wolfgang Beutke mag nicht auf "Technik" reduziert werden. Vielleicht meldet er sich. Mir fiel eben etwas in einem Teil seiner Texte auf.
...
geschrieben von Gabriele Brunsch, October 13, 2008
Lieber Rudi,

danke für die Einspielungen von W.Beutkes Haikus.

Ich bin begeistert. Elektrisiert.
Da muss man nichts reden:

Das ist es, was eintritt, es ist einfach nur ganz bescheiden gesagt: Gute deutsche Lyrik und nichts sonst.

Jedes Haiku ist ganz persönlich, es zieht uns rein, ohne aufdringlich, besserwisserisch oder auch nur eine Spur zu laut daherzukommen. Wie schön, dass Du das als vorbildhaft anzeigst.

Das Haiku verführt, weil es sensibel, feingliedrig und gebunden(bis zum letzten Atemzug eingekesselt persönlich) sein Wesen zeigt. Ich denke, dass das eine wunderbare Kehrtwende in der Deutschen Haikudichtung ist...
wobei ich noch am Anfang der Geschichtskenntnis stehe... also nicht wirklich viel von der in Deutschland entstandenen Haiku kenne... geschweige denn etwas über die Geschichte aussagen könnte.

Gabriele

...
geschrieben von Andrea D Alessandro, October 14, 2008
Danke, Rudi, für die Haiku von Wolfgang. Ich oute mich hiermit als "Wolfgang Beutke-Fan". Aber ich denke, das weiß er schon smilies/wink.gif

Es ist einfach dieses gewisse Etwas, das die Haiku haben. Rudi hat das gut an diesen Beispielen aufgezeigt. Durch dieses "Stilmittel" wird die Welt aus ihren Angeln gehoben, und die Stimmung eines Augenblicks durch diese Umordnung einer gewohnten Situation wird noch tiefer und deutlicher empfunden.

Allerdings bräuchte man für solche Diskussionen eine gesonderte Sparte.Sonjas Haiku "steht" sozusagen. Durch die Musik und die gesprochenen Worte hat es sein gewisses Etwas und, wie ich meine, auch seine ganz eigene Perfektion.

Andrea

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