... geschrieben von Andrea D Alessandro,
May 11, 2007
Hallo Günther,
ich habe das gelesen und es hat mich von Anfang an gefangen genommen! Das ist eins dieser Haiku, die mich unheimlich berühren, ich aber keine Worte dafür finde wieso...
Eigentlich kommt es ganz unspektakulär daher, da ist keine besondere "Überraschung" in der letzten Zeile, aber trotzdem! Wie gesagt, ich kann es nicht in Worte fassen, es ist einfach so "passiert".
Nicht mal die beiden Artikel am jeweiligen Zeilenanfang stören mich....Kann mir das mal einer erklären?
Einen schönen Abend und bis dann, Andrea
... geschrieben von Günther Peer,
May 11, 2007
Hallo Andrea,
ich danke dir für deinen so schönen Kommentar. Es passiert ja nicht oft, dass ein Haiku von mir auf Anhieb gefällt.
Vielleicht ist es gerade die Einfachheit die dich so einfängt. Meiner Meinung nach muss ein Haiku nicht unbedingt spektakulär sein, weder in der 3. Zeile, noch insgesamt. Auch wenn die dritte Zeile nicht ganz so vorhersehbar ist.
Das mit den beiden Artikeln (die nach irgendeiner Regel, deren Ursprung mir unbekannt ist) finde ich persönlich übertrieben. Vor lauter Regeln, lässt man das Haiku m.E. immer weniger einfach, sich selbst sein.
Auch dir einen schönen Abend und bis bald Günther
... geschrieben von Andrea D Alessandro,
May 12, 2007
Das mit den Artikeln hat nicht unbedingt etwas mit einer Regel zu tun. Es ist einfach mein sprachliches Empfinden, wenn in einem so kurzen Text wie einem Haiku, Wortdoppelungen oder eben viele Artikel vorkommen. Manchmal lässt sich das nicht vermeiden, manchmal werden Doppelungen auch gekonnt als Stilmittel eingesetzt, aber meistens ist es einfach sprachlich und klanglich nicht ganz so schön.
Aber hier stört es mich, wie gesagt, überhaupt nicht. Es scheint -für mein Empfinden- alles zu passen. Ich bin mitten im Moment. Meine Sinne werden angesprochen und ich erlebe das mit. Ich höre das Läuten, rieche und sehe die Maiglöckchen und dann....dann tauche ich in die Atmosphäre der Andacht ein. Das ganze scheint mir ein bisschen "mystisch". Man wird durch den Duft, durch den Klang in eine andere Welt getragen. Ich habe das Gefühl, dass hier die äußere und die innere Welt aufeinander treffen. Vielleicht ist es das...(?)
Bis dann, Andrea
... geschrieben von Günther Peer,
May 12, 2007
O Andrea, dein Kommentar beflügelt weit mehr als das Haiku selbst. Es freut mich,dass du all diese Emotionen hast.
Der Mai war für uns Kinder ein besonderer Monat, eben wegen der vielen Blüten und der Maiandacht, ein Kirchengang der nicht versäumt werden durfte. Mir kam dies in den Sinn, fast mit Nostalgie - vielleicht fehlt mir diese Atmosphäre der aus Kindheit. Doch darf ich jetzt wo ich erwachsen bin eine andere Athmosphäre erfahren, ja liebe Andrea, eine mystische,die ich Dank verschiedener spritituellen Erfahrungen verspüre.
Im Maiglöckchen sehe ich mich, ich selbst bin Maiglöckchen und das Maiglöckchen ist mich. Wir sind tatsächlich eins und das ist so wunderbar. Und ich bin das Läuten und die Andacht und das Läuten und die Andacht sind mich.
Ciao Günther
... geschrieben von Andrea D Alessandro,
May 12, 2007
Na ja, ob das jetzt unbedingt ein spirutelles Empfinden ist, das ich beim Lesen erlebe, bleibt dahingestellt. Andacht kann man auch ganz für sich alleine halten, denke ich. Sich vertiefen in seine Gedanken, sich mit dem Leben auseinandersetzen. Klar, wenn es eine kirchliche Andacht welchen Glaubens auch immer ist, dann kommt es auch sehr drauf an, über was der Pastor, Pfarrer, Prediger oder wie man diese "Andachtsleiter" auch überall nennt, zu sagen hat und wie sehr er damit "ins Schwarze" trifft.
Es ist das Haiku, das mich berührt, nicht die Spiritualität einer Maiandacht, wobei die natürlich ganz genau die selben Emotionen auslösen kann.
Du bist das Maiglöckchen? Na, ich dachte, das sei auch für den Leser gedacht... Kleiner Scherz am Rande, ich versteh schon, was du sagen möchtest. Ja, der Mai ist schon ein besonderer Monat, damals wie heute!
Einen schönes Maiwochenende, Andrea
... geschrieben von Günther Peer,
May 12, 2007
"Im Maiglöckchen sehe ich mich, ich selbst bin Maiglöckchen und das Maiglöckchen ist mich. Wir sind tatsächlich eins und das ist so wunderbar. Und ich bin das Läuten und die Andacht und das Läuten und die Andacht sind mich."
Sorry, da hab wohl wieder einmal den Mund zu voll genommen. Bitte streichen oder vergessen.
Bitte nur ganz einfach lesen und ganz einfach verstehen, nichts weiter.
Auch dir ein schönes Wochende im schönen Mai Günther
... geschrieben von Katharina Gerber,
May 13, 2007
Lieber Günther
Das Haiku gefällt mir sehr! Etwas Andächtiges und etwas Sinnliches verbunden mit einem Augenzwinkern kommt mir darin entgegen.
Herzlichen Dank! Katharina
... geschrieben von Günther Peer,
May 13, 2007
Liebe Katharina,
hab vielen Dank für deinen Beitrag, hat mich sehr erfreut.
Dass es dir auch mit Augenzwinkern entgegenkommt ist ein toller Aspekt, denn wer weiß es schon, vielleicht ist auch ein bisschen Satire in diesem Haiku enthalten.
Danke dir Günther
... geschrieben von Heike Gewi,
May 14, 2007
denn wer weiß es schon, vielleicht ist auch ein bisschen Satire in diesem Haiku enthalten.
...aber klar doch, Guenther! Wer denkt denn schon bei Maigloeckchen an Laeuten und Andacht? Doch eher: Ob mich jemand beim Pfluecken erwischt?
Gut gemacht, meint Heike
... geschrieben von Günther Peer,
May 14, 2007
Danke liebe Heike,
freut mich wirklich sehr, wenn du es als gut gemacht betrachtest. Nun erzähl ich dir also die Geschichte zu diesem Haiku:
Eines Abends schlich ich mich in Nachbars Garten, um dort einige Maiglöckchen zu pflücken. Aber wie es der Teufel haben will, sieht mich eine andere Nachbarin beim Brechen der Blumen,rennt sofort zu der Gartenbesitzerin und läutet an der Hausglocke.
Als diese beiden Frauen in den Garten kommen, sitz ich aber in der Veranda mit verschlossenen Augen.
Wie wär's also so?
GlG Günther
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ich habe das gelesen und es hat mich von Anfang an gefangen genommen!
Das ist eins dieser Haiku, die mich unheimlich berühren, ich aber keine Worte dafür finde wieso...
Eigentlich kommt es ganz unspektakulär daher, da ist keine besondere "Überraschung" in der letzten Zeile, aber trotzdem! Wie gesagt, ich kann es nicht in Worte fassen, es ist einfach so "passiert".
Nicht mal die beiden Artikel am jeweiligen Zeilenanfang stören mich....Kann mir das mal einer erklären?
Einen schönen Abend und bis dann,
Andrea