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noch ungewohnt
© sonja raab   
24. 06. 2007
noch ungewohnt
an der rechten hand
der ring
Kommentare (8)Add Comment
...
geschrieben von sonja raab, June 24, 2007
liebe forumsler, ich habe gestern geheiratet!
hier sind die beiden links zu den hochzeitsfotos, und darunter der bericht.
viel spaß,
sonja



http://rainerb.at/image/tid/49

http://sonja-benatzky.magix.net/
(plus anklicken und dann "hochzeit" anklicken)


UNSERE HOCHZEIT

Der Tag begann damit, dass Mattias mit den beiden großen Kindern morgens zu seinen Eltern fuhr, den Brautstrauß von Waidhofen holte und Räucherkohle und Säfte für die Kinder besorgte.
Währenddessen hab ich Finn-Loris gewickelt, und alles zusammengepackt und wurde von meiner Mutter abgeholt und zu meinem Elternhaus gefahren.
Als ich dort ankam war die Haustüre schon festlich mit Efeu geschmückt und mit weißen Bändern.
Ich verzog mich gleich ins Bad und begann mit schminken und Frisur machen, zog mein Kleid an und begann auch sofort zu schwitzen weil es da schon irre heiß war.
Meine Mutter hatte einen Ventilator aufgestellt und als ich fertig „aufkranzt“ war, fütterte ich Finn-Loris noch, während der Ventilator mich runterkühlte.
Ich fragte mich von Anfang an wie ich den Tag in den Stöckelschuhen überstehen sollte, meine Zehen schmerzten schon nach wenigen Minuten.
Als ich dann in voller Montur das Haus verließ und eigentlich in Papas Auto einsteigen wollte, meinte meine Mom, ich solle mal schauen, da stünde auf der Strasse ein Fahrzeug, mit dem würd ich fahren.
Da stand dann eine knallrote Corvette die sich mein Papa ausgeliehen hatte (meine Hochzeit war wohl nur der geeignete Anlass, dass er das endlich mal tun konnte)
Finn-Loris mußte also mit Mama und Oma mitfahren, denn in der Corvette hatte niemand mehr Platz.
Papa und ich fuhren voraus, Mama und Oma hinter uns her Richtung Weyer.
Dort waren wir auf einem Parkplatz mit meinem Bruder und seiner Freundin verabredet.
Der schaute auch ziemlich blöde als er uns dann mit der Corvette kommen sah und grinste von einem Ohr bis zum anderen.
Dann fuhren wir also mit drei Autos weiter Richtung Steiermark.
Vor dem Standesamt in St. Gallen angekommen sahen wir dann auch die ganzen anderen Leute schon dort stehen und auf uns warten.
Glücklicherweise hatten wir eine Klimaanlage im Auto, so kühlte ich mich noch mal runter auf Minusgrade, damit ich die Hitze dann überstehe vorm Standesamt.
Ich schälte mich aus meinem Sitz und dann musste ich erstmal eine viertel Stunde fotografiererei über mich ergehen lassen.
Mattias überreichte mir meinen Brautstrauß und flüsterte mir ins Ohr, dass ich eine schöne Braut wäre.
Ich sagte ihm, dass er auch kein schlechter Bräutigam wäre, und sah zum ersten Mal sein schönes Ritterhemd, das im Farbton genau zu meinem Kleid passte.
Dann gingen wir rein aufs Standesamt und der Standesbeamte begrüßte uns und hielt eine Rede, bei der schnell klar wurde, dass unsere Mütter wohl gepetzt hatten, denn er wusste mehr über uns als wir selber wussten. *lach*
Wir hatten eine große Kerze für unsere verstorbenen Großväter angezündet, und damit die beiden Opas eingeladen dabei zu sein bei unserem Fest.
Nachdem wir ob der lustigen Rede des Standesbeamten viel gelacht und fast geweint hatten, und uns das „Ja-Wort“ gegeben hatten, uns geküsst und die Ringe angesteckt hatten, wurden noch mal viele Fotos gemacht und alle gratulieren und schenkten Blumen, die wir heute- einen Tag nach der Hochzeit- köpfen und in einen Wasserfall werfen und den Geistern opfern werden als Dankeschön für den wunderbaren Tag.
Dann gab es noch Met in Füllhörnern, jeder Gast durfte sein Horn behalten.

Danach fuhren wir alle gemeinsam mit Hup und Trara zur Burg Gallenstein und versammelten uns auf dem Parkplatz.
Dort wurden an alle Hochzeitsgäste Glöckchen verteilt, die dann auf dem Weg durch den Wald hoch zur Burg lustig bimmelten und schepperten und die Naturgeister anlocken sollten und fröhlich stimmten .
Noch immer schien die Sonne und es war heiß und ich hatte inzwischen meine Stöckelschuhe ausgetauscht gegen bequeme Wanderschuhe die man wegen des langen Kleides ohnehin nicht sehen konnte.
Oben bei der Burg angekommen trafen auch bald die Musiker der Gruppe „Trollferd“ ein, und schon bei den ersten Dudelsackklängen hatten einige Gäste Tränen in den Augen.
Wunderbar die Musik, und köstlich das Rittermahl, das aus belegten Broten, Suppe, Ritterplatte, Saucen, eine Hochzeitsente, Kaffee, Kuchen, Torte, Kaiserschmarrn und Apfelmus bestand.
Schon nach kurzer Zeit waren die Wänste gefüllt und die Leute verteilten sich im Burghof, die Musiker setzten sich unter einen Baum im Hof und spielten draußen im Schatten, die ersten Tänze, Gemütlichkeit und ein wenig kühler Wind, die Kinder holten sich Eis und liefen in der Burg herum, es war wirklich wunderbar.
Der Wind trug die Musik in alle Ecken der Burg und ich zündete die mitgebrachte Räucherkohle an und verteilte etwas Rosenweihrauch und Salbei darauf, sodass alle kräftig durchgeräuchert wurden.

Nachdem die Hochzeitstorte angeschnitten war und alle ihren Kaffee ausgetrunken hatten, und die Musiker die dümmsten Musikwünsche entgegen genommen und erfüllt hatten (David Hasselhoff , Hansi Hinterseer und „Es wird scho glei Dumper“ mit Dudelsack und Drehleier) – räumten wir die Tische draußen schnell wieder ab, denn der Himmel wurde schwarz und schwärzer, ein Sturm zog auf und kurze Zeit später prasselte mein bestellter Wunschregen auf die Tische.
Drinnen wurde es nach kurzer Zeit wieder gemütlich mit dem Kaiserschmarrn und wir bekamen allerlei Geschenke überreicht, vornehmlich Silberlinge in Taschen und Kisten.

Nachdem der Sturm und Regen vorüber waren ging ich mit meinem Mann (*ggg* so ganz glaub ich`s noch gar nicht) auf den Turm und wir hörten von unten die Klänge der Musik und das Lachen der Gäste heraufwehen, bestaunten die Nebel die aus den dampfenden Wäldern hochstiegen, die Berge die sich noch hinter dicken Wolken versteckten und die wunderbare Panoramasicht runter auf St. Gallen und Umgebung.
Wir küssten uns und freuten uns an dem gelungenen Fest, schauten noch eine Weile schweigend runter auf die Nebelwälder und dann gesellten wir uns wieder zu den Gästen.
Abends entließen wir alle die nach Hause fahren wollten, und wir blieben noch mit einer kleinen Gruppe etwas sitzen, tranken noch was, die Musiker gaben noch mal ihr Bestes, die Schwester von Mattias durfte sich im Dudelsackspielen versuchen, und dann verabschiedeten wir uns und gingen durch den Wald wieder runter zum Parkplatz.
Dort wurde Finn-Loris noch mal gefüttert- er war übrigens den ganzen Tag über total brav und schlief die meiste Zeit- und dann fuhren wir nach Hause, wo noch bis 1.00 Uhr Nachts mit einigen Freunden weiter gefeiert wurde.

Heute haben wir alle einen etwas brummigen Schädel, viel zu viel Torte und jede Menge Blumen, und wir werden wohl die nächsten Tage damit verbringen müssen, die Silberlinge zu zählen, die uns einzeln geschenkt und in Kisten und Beutel verpackt wurden.. *lach*
Alles in Allem war es wirklich der schönste Tag meines Lebens- so wie es sein sollte.
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, June 24, 2007
Ganz, ganz, ganz herzlichen Glückwunsch euch beiden, Sonja!!

Wenn man die Fotos so ansieht und deinen "Bericht" liest, dann könnte man ins Träume kommen... smilies/wink.gif Bei dem Strahlen, das ihr im Gesicht habt, kann da ja gar nix mehr schief gehen!

Danke fürs Dabeisein dürfen in Fotos und Worten,
Andrea
...
geschrieben von sonja raab, June 24, 2007
danke andrea!
geteilte freude ist doppelte freude :-)
...
geschrieben von Klaus Stute, June 24, 2007
Oh Göttergatte -
mögen die langen Haare
noch lange bleiben

Ha! Alle 78 Bilder angesehen. Früher bei ner Dia-Show dauerte das ja Stunden. Bill Gates hat es gottseidank etwas rationalisiert.

Glückwunsch und viel Glück natürlich. Vor 30 Jahren hatte ich auch fast so lange Haare wie Matthias und auch einen Vollbart. Merkwürdig, wie sich die Zeiten nicht ändern.

:-) Klaus
...
geschrieben von sonja raab, June 25, 2007
KLAUS!!!
ich bin langhaar-fetischistin, du darfst nicht so schreckliche sachen sagen!!!!
smilies/sad.gif
(sein vater hat eine glatze bekommen)
nein-nein, die werden brav weiterwachsen und bloß nicht ausfallen!

...
geschrieben von Heike Gewi, June 25, 2007
Knallrote Corvette -
Die Flucht nach vorn.

Dein Vaeterchen hatte bestimmt Angst, dass Ihr beiden es Euch anders ueberlegt. Der Traum jedes Vaters, die Tochter unter die Haube zu bekommen... smilies/wink.gif

Ich habe mich sehr fuer Dich und Deine ganze Familie gefreut, Sonja. Eine wunderbare Idee auch Eure Ritterhochzeit. Die Ybbstaufe des Kleinen ist ja auch faszinierend.

Deine Naturverbundenheit finde ich ganz prima.
Einfach schoen!!

Herzlichst
Heike
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geschrieben von Katharina Gerber, July 02, 2007
Herzlichsten Glückwunsch, liebe Sonja

Ich kann deine Beschreibung sehr gut nachvollziehen, der Ring an der Hand, der mich im Alltag, in dem sich nach der Heirat ja eigentlich nichts änderte, ich arbeitete am gleichen Ort, wir wohnten am gleichen Ort, pflegten die gleichen Kontakte..., plötzlich innehalten und staunen liess "ach ja, genau, jetzt bin ich verheiratet" und dann gefühlsmässig eben doch, zumindest in diesen kurzen Momenten, einen Unterschied ausmachte. Bis auch er in meiner Wahrnehmung dazu gehörte und diesen Effekt nur noch in ganz raren Momenten hatte. Eine gute Erinnerung auch, dein Gedicht, diese Frische, dieses Erstaunen, dieses Nicht-Selbstverständliche immer wieder zu sehen, vielleicht nicht im Ring, ihn aber doch als Anlass dazu nutzen. Das nehme ich mit aus deinen Zeilen.

Liebe Grüsse
Katharina
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geschrieben von sonja raab, July 02, 2007
vielen dank ihr beiden für eure kommentare!
ja, was ändert sich im alltag....
es sind wirklich nur momente, wo man sich plötzlich "verheiratet fühlt" ansonsten ist nicht viel anders als vorher.
und hier kann ich`s ja verraten: *flüster* ich war schonmal verheiratet, das war der zweite anlauf. doppelt hält besser sagt man ja....

diesesmal hab ich ihn mir genuer angeschaut udn weiß worauf ich mich einlasse. *zwinker*

sonja

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