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Osternacht
© hans lesener   
09. 04. 2009

In der Osternacht 
zwei junge Männer in Weiß
"wir widersagen"
Kommentare (10)Add Comment
...
geschrieben von Gabriele Brunsch, April 09, 2009
Erst Walters "berg athos" und nun Deine Osternacht, lieber Hans, und nichts ist "e i n d e u t i g", welche Bewegung in diesen wenigen Worten.

Für die beiden und ihre Familien mag es einem Erdbeben gleich sein...

Die Osternacht, eine Metamorphose ...

...mich beeindruckt das Haiku sehr!

Gabriele
...
geschrieben von Horst Ludwig, April 11, 2009
Ein sehr guter Ostern-Text für den Lux-Kalender, meine ich. Klasse Sprache, mit dem Stabreim und vor allem den stimmhaften Lauten in c. Durch normale Graphie könnte er bestimmt noch an Aussagekraft gewinnen. (Die Kleinschreibung am Ende und Weglassen der Zeichensetzung bringen hier nichts Besonderes.) — Ein gesegnetes Triduum hier allen!
...
geschrieben von hans lesener, April 11, 2009
Vielen Dank , Gabriele und Horst Ludwig , für Eure Kommentare.
Natürlich stelle ich den Text in den Kalender.
Die Kleinschreibung in c werde ich ändern. Der Hinweis auf die Zeichensetzung ist mir nicht klar.
Die Anführungszeichen weg ?

Müde von der Gartenarbeit und voller Vorfreude auf Ostern
Hans.
...
geschrieben von Horst Ludwig, April 11, 2009
Möglich sind, meine ich, Punkt oder Doppelpunkt am Ende von b und Punkt oder drei Punkte am Ende der direkten Rede in c. An die Möglichkeit, die Anführungsstriche wegzulassen, hatte ich gar nicht gedacht; möglich wäre aber auch die. Aber all das hängt letztlich von dem ab, was der Autor dem Leser vorsetzen will. Das diktiert die Form. Auf jeden Fall ist Weglassen oder Nicht-weiter-Bedenken der Zeichensetzung oft ein Problem. Richtige Zeichensetzung gehört zu einem ernstzunehmenden Text genauso wie die richtige Schreibung der Wörter, die man benutzt. (Meine Vorschläge hier sind nur zum Bedenken, nicht unbedingt zum Befolgen. Normalerweise setze ich die Satzzeichen, so gut es geht und wie sich's gehört, — und wenn ich sie dann einmal weglasse, so hat das auch seinen Sinn. Auf jeden Fall ist eine Marotte, bedenkenlos alles nur auf eigene Art zu schreiben, eine Marotte und nicht der Haikudichtung als Untergattung der Lyrik dienlich.)
...
geschrieben von sonja raab, April 14, 2009
ich habe meinen älteren sohn in der osternacht taufen lassen. mit einigen anderen kindern. die feier wurde nachts in der kirche nur mit kerzenlicht abgehalten. war echt schön.
das erinnert mich natürlich daran.
alles liebe, sonja
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geschrieben von Horst Ludwig, April 14, 2009
Angeregt durch Hans Leseners Haiku und natürlich durchs Osterfest selbst hab ich gerade diesen Text geschrieben:
Osterfeuerglut.
Klangvoll die Glocken alle
und Sonnenaufgang.
Und ich werde es wahrscheinlich auch in den Kalender einsetzen.

...
geschrieben von hans lesener, April 14, 2009
Ihr Hinweis auf die Problematik der Zeichensetzung beim Haiku-Schreiben , lieber Horst Ludwig,hat mich sehr beschäftigt. Ich habe mal ein bißchen recherchiert , in der gedruckten und in der Internet-Literatur, und siehe da , jeder macht was er will. Und das meist ohne einsichtigen Grund. Eine zeitlang habe auch ich alles
klein geschrieben , ohne dass ich heute zu sagen wüsste, warum. Besonders unterschiedlich wird auch die Zeichensetzung innerhalb von Sequenzen behandelt.
Auf jeden Fall werde ich mich bemühen, Ihrer Maxime zu folgen und die Zeichen zu setzen " so gut es geht und wie es sich gehört", auch wie es das Verlangen nach Klarheit des Textes erfordert.

Wieder einmal habe ich für eine Anregung von Ihnen zu danken!

Beste Grüße aus dem Land der Kirschblüte , dem Münsterland !
Hans Lesener.
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geschrieben von hans lesener, April 15, 2009
Beim ersten Lesen ist mir gar nicht klar geworden, was für ein machtvolles Szenario Du in Deinem
Osterhaiku aufgerufen hast, lieber Horst : Die Glut des Feuers, der volle Klang des großen Geläuts,
der Sonnenaufgang - das ist nicht nur optisch ein eindrucksvolles Gemälde, sondern auch musikalisch großes Orchester. Die vollen Vokale , all die O's und A's -
richtig toll !

Hans.
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geschrieben von Horst Ludwig, April 15, 2009
Vielen Dank für Gruß und Kompliment, lieber Hans Lesener. Manchmal gelingt einem beinahe auf Anhieb etwas, — naja, in einer Nacht Arbeit an etwas (eine ganze Menge Varianten hiervon sind natürlich verworfen worden). Zu den erwähnten Klanghinweisen möchte ich auch noch den auf die "l(l)" ohne was und die "l" mit den velaren Verschlußlauten davor und den auf die Nasale "n" und "ng" hinzufügen. Und, nicht wahr, bei sowas gibt einem das "Wir widersagen" richtige Freude. Das ist Feier, gelautet und geläutet! Auch Sonja Raabs Beitrag hier spricht davon.
...
geschrieben von Beate M. Conrad, May 07, 2009
Der angesprochene Klang und die an anderer Stelle erwähnte mystische Erlebnisdimension bringen mich zu folgendem "Bild":
die Erfahrung der Läuterung (läuten, einläuten, aber auch laut, lauten --> eine lautere Wahrheit, Klarheit (Licht) und Reinheit des Klanges der Glocken) durch das reinigende Geistesfeuer, das sich anschaulich, hörbar (und emotional in der Klangfolge: Glut-Klang, Glocken-gang und -feuer-voll) überall nun bewußt äußert, eine Vereinigung mit dem göttlichen Licht, gestützt durch die Aufwärts- und Ausbreitungsbewegung von der Nacht in den Tag.
Und diese Bewegung hin zur Reinheit und Einigkeit (auch in der österlichen Taufe (Sonja)) findet sich in Hans' Haiku im Kontrast der Nacht/Dunkel mit dem Weiß (auch ein Symbol der Reinheit) als Absage an "die dunklen Mächte" wieder.
Beide Texte sind zugleich "Ver-laut-barungen" der österlichen Freude.

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