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Roter Mond
© Andrea D Alessandro   
07. 03. 2007

Roter Mond...
wieder geträumt
den alten Kindheitstraum
Kommentare (7)Add Comment
...
geschrieben von dietmar, March 08, 2007
ein schöner text, andrea; du hast bewusst, 'geträumt' & 'Kinheitstraum' verwendet, um die traumhafte wiederholung zu betonen, trotzdem fände ich folgende version auch interessant:

Roter Mond ...
wieder der Traum
aus der Kindheit

'alten' würde ich aber weglassen, weil ein übersptrapaziertes & hier nicht nötiges wort:

Roter Mond ...
wieder geträumt
den Kindheitstraum

lg--dietmar
...
geschrieben von pegun, March 08, 2007
Finde beide Fassungen schön. Und wie
wärs mit:

Roter Mond
und den Kindheitstraum
wieder geträumt.
...
geschrieben von Andrea, March 10, 2007
Ich war mir (und bin) mir noch etwas unsicher mit der Wortdoppelung. Es ist wirklich so, dass ich damit die immer wiederkehrende Wiederholung des Traums andeuten wollte.

Mir gefallen eigentlich alle eure Vorschlaege. Allerdings finde ich, dass der Hinweis auf die Kindheit in die letzte Zeile gehört und nicht vorweggenommen werden sollte. Die letzte Zeile waere sonst im Grunde ueberfluessig, wuerde ich meinen (?)

Kommt nur noch drauf an, welche Version sprachlich besser ist. Im Moment wuerde ich Dietmars erstem Aenderungsvorschlag den Vorzug geben, obwohl die Doppelung darin nicht enthalten ist - aber klanglich hoert sich das einfach besser an.

Tja, und dass der Traum aus der Kindheit schon "alt" ist und lange her, das ergibt sich dann ;-)

Danke euch beiden.

Einen schoenen Tag und herzliche Gruesse,
Andrea
...
geschrieben von pegun, March 10, 2007
Hallo Andrea,

deine Argumente sind verständlich.
Ich finde allerdings, dass diese
ewige Frage um die Zulässigkeit der
Doppelung nicht eine Obsession sein
darf.

Genauso nicht was meinen Vorschlag
betrifft, dass die Pointe eines Haiku
nur und immer in der letzten Zeile
sein darf, denn sonst ist der Rest
der Zeile überflüssig.

Ein Haiku sollte meiner Meinung nach
alle Gestaltungsmöglichkeiten offen
haben sonst wird alles zu uniform,
oder glaubst du das nicht?

Das Haiku besteht ja nicht einzig und
allein aus der "Pointe" sondern aus
17 Silben. Meiner Meinung nach sind
diese 17 Silben alle in gleicher Weise
wichtig.

Dass heute im modernen Haiku diese 17
Silben für das Haiku nicht mehr
zwingend sind finde ich persönlich
auch nicht unbedingt eine große und
wichtige Eroberung sondern ganz im
Gegenteil.

Das ist meine Meinung, Andrea.

Ciao dall'Italia
Günther
...
geschrieben von pegun, March 10, 2007
Ich könnte mir zum Beispiel dein
Haiku auch gut folgendermaßen
vorstellen:

Den Kindheitstraum
wieder geträumt -
roter Mond...
...
geschrieben von Andrea, March 10, 2007
Nee, Guenther, ich moechte dir doch nicht deine Meinung nehmen!

5-7-5 ist ein Stilmittel, das man in einem Haiku anwenden kann, genau so wie man auch Wortwiederholungen oder einen Spannungsbogen als Stilmittel im Haiku verwenden kann.

Ich denke, es kommt auch sehr auf die richtige und treffende Wortwahl an, um dem Leser das zu vermitteln, was man moechte.

In diesem Haiku finde ich es einfach wichtig, nicht gleich in der zweiten Zeile alles zu sagen. Auch die Kuerze und seine Knappheit der Aussage sind wichtige Faktoren in einem Haiku.

Es gibt so viele Kriterien, die man bei einem Haiku beruecksichtigen sollte -sollte, nicht muss!-. An alle kann man sich gar nicht halten. Aber du weißt selbst, dass es gar nichts bringt, darueber zu diskutieren, wie das (perfekte) Haiku nun auszusehen hat und wie nicht.

Manche Autoren und Haikuliebhaber bevorzugen dies, andere wieder das. Ich favorisiere eben andere Stilmittel als beispielsweise du das tust. Das heißt aber nicht, dass jedes Haiku, das sich vielleicht nach der 5-7-5 Silbenregel gleich als "schlechtes Haiku" abstemple (sofern es schlechte Haiku ueberhaupt gibt). Im Gegenteil, mein Lieblingshaiku ist sogar genau 5-7-5. Aber ich zitiere das jetzt nicht schon wieder ;-)

Ist doch gut, dass es verschiedene Meinungen zum Aufbau eines Haiku gibt. Wenn sich alle einig waeren, gaebe es ja wirklich nur noch Einheitsbrei!

Deinen letzten Vorschlag hatte ich uebrigens auch als moegliche Version. Weil ich mit "roter Mond" aber auch auf die Mondfinsternis vor ein paar Tagen hindeuten wollte, die aber stattgefunden hat, BEVOR ich schlafen gegangen bin, habe ich den Mond doch wieder in die erste Zeile genommen.

Ach ja, Italien...

Cari saluti,
Andrea
...
geschrieben von pegun, March 10, 2007
Ciao Andrea,

das mit der Mondfinsternis war mir
natürlich sofort klar, deshalb hab ich
auch einen näheren Zusammenhang mit
Traum, Kindheit, Wiederholung mit
dem Wörtchen "und" bewusst gesucht.
Meiner Meinung nach gewinnt dieses
Haiku dadurch an Suggestivität. Aber
natürlich ist es dein Haiku und du
entscheidest was für dich besser ist.

Das Haikuschreiben ist dermaßen eine
subjektive Anschauungssache geworden,
dass niemand mehr so richtig wissen
und sagen kann was gelungen ist und
was nicht.

Ich sag mal so, dass wenigstens die
traditionellen und allerwichtigsten
Grundregeln wenigstens eingehalten
werden sollten.

Cari saluti anche a te
Günther

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