... geschrieben von Markus Sulzberger,
October 08, 2008
Ha Gabriele!
ein Kapitalverbrechen! Ein vergelichendes 'wie' in einem Haiku ist etwa das Schlimmste Haiku-Verbrechen das begangen werden kann! Warum wohl?
Liebe Grüsse Markus
... geschrieben von sonja raab,
October 08, 2008
dieses kapitalverbrechen hab ich auch schonmal begangen- lang ist`s her... da war mein welpenschutz schon ausgelaufen. *lach*
wie wär`s mit sowas in der art:
weisse vögel im schulhof flattern papierblätter
... geschrieben von Gabriele Brunsch,
October 08, 2008
Hallo,
jetzt bitte ich Euch "mir" und allen anderen Neuzugängern und Haiku-Halbgebildeten, diesen Kritikpunkt genau zu erklären...
Ich bin sehr gespannt!
Wer hat diese Regel aufgestellt und wann wurde sie aufgestellt? Ich bin lernbegierig!
Gabriele
... geschrieben von sonja raab,
October 08, 2008
hihi. markus, du bist dran.
hier mein lieblings-link: http://www.ziemlichkraus.de/haiku/ruinieren.htm
ich weiß auch nur, daß vergleichen nicht erlaubt ist. wer und wieso- das hab ich nie nachgefragt. ich merk mir japanische namen so schlecht.
... geschrieben von Markus Sulzberger,
October 08, 2008
Hallo Gabriele
das mit den Regeln ist so eine Sache... eine 'Regel' entsteht nur als Anhaltspunkt. Das 'wie' lässt einfach sofort aufhorchen. Mit dem 'wie' nimmt man die Interpretation schon vorweg. Der Eindruck der unausgesprochen entstehen soll wird formuliert und lässt keinen Nachhall zurück. Es ist etwa dasselbe, wie wenn jemand sagt: 'diese Rose duftet fein' oder du selbst daran riechst. Auch Sonjas Vorschlag ist einfach ohne 'wie' aber eigentlich mit derselben etwas plumpen intention. Sie hat die Regel einfach umgangen... (ich mag dich trotzdem noch, Sonja)
Langer Rede kurzer Sinn.
Zählen wir mal die Protagonisten in unserer Geschichte auf als da sind:
Gerade die weissen Blätter werden zu Vögeln, die Blätter, auf die ja geschrieben werden muss oder irgendwas eingepaukt wird, wie etwas zu sein hat. Wir waren alle in der Schule und oftmals sehnten wir uns nach draussen. Das kennt mancher Mensch.
Pausenende weisse Papierblätter flattern zu Boden
Mit dem flattern wird die Assoziazion zu den Vögeln hergestellt. Das ganze hat einen leicht betrüblichen Nachhall.
Schulschluss weisse Papierblätter segeln aus dem Fenster
Da kommts eher positiv rüber. So kann man einfluss auf den Nachhall nehmen ohne mit dem Finger drauf zu zeigen...
liebe Grüsse Markus
... geschrieben von Gabriele Brunsch,
October 08, 2008
Ach, ja, das leuchtet ein.
Dein Herumdrehen, liebe Sonja, ist ganz prima, aber ich weiß noch nicht, was mir wichtiger ist...im (möglichen) Nachhall...
Ich danke Dir, Markus, ganz inniglich für die ausführliche Erklärung.
Diese haiku, die Du angeführt hast, sind die von Dir? Also, ich werde mir das tief zu Herzen nehmen und den Vergleich zu vermeiden suchen...
Übrigens: Du hast eine schöne Auflistung meiner Protagonisten vorgenommen - und da, richtig, ist das "wie" gar nicht nötig.
Kuss
Gabriele
... geschrieben von sonja raab,
October 08, 2008
:-) mein herumdrehen war nur die notoperation. markus hat`s prima erklärt (sowas kann ich nicht) alles liebe, sonja
... geschrieben von Gabriele Brunsch,
October 08, 2008
Liebe Sonja,
das ist es aber. Du triffst es ganz genau!
Sag mal, wessen haiku ist es denn nun, meins oder Deins???
Das ist so ein Punkt, den ich auch noch nicht ganz geklärt weiß.
Bitte...
Gabriele
... geschrieben von Andrea D Alessandro,
October 08, 2008
Hallo zusammen,
ich sehe "die Regel" so: keine Vergleiche im Haiku, wenn es nicht notwendig ist, weil ja auch ein Bild im Kopf entstehen soll. Wenn ich nun zwischen zwei Dingen einen Vergleich ziehe, entstehen zwei Bilder (hier die Blätter und da die weißen Vögel). Vielleicht ist "die Regel" so zu erklären, wobei man mit dem Ausdruck "Regeln" im Haiku immer vorsichtig umgehen sollte.
Und dann noch eine Idee von mir:
Pausenhof - die Mathearbeit wird zum Papierflieger
Bis dann, Andrea
... geschrieben von Markus Sulzberger,
October 08, 2008
Hallo Gabriele, Sonja
klar Sonja, hab ich schon auch so verstanden.
Ja die angeführten Beispiele sind eben grad so entstanden, da profitiert man eben auch beim kommentieren...
So, der Lehrer schliesst sein Buch und nun raus in die Sonne, Mädels...
Gruss Markus der sich einfach tierisch freut, dass alles nun läuft...
... geschrieben von sonja raab,
October 08, 2008
@gabriele: alles was hier geschrieben wird in deinem thread zu deinem haiku gehört dir und du kannst damit machen was du willst.
@markus: ich freu mich auch! und wie! hast du übrigens meine private nachricht bekommen?
... geschrieben von Markus Sulzberger,
October 08, 2008
Hallo Gabriele
wessen Haiku es ist ist ganz klar: Das der Autorin die die Geschichte begann. Das sollten auch alle die kommentieren immer wieder bedenken.
Liebe Grüsse Markus
... geschrieben von Markus Sulzberger,
October 08, 2008
... übriges war es Andrea nicht Sonja
... geschrieben von sonja raab,
October 08, 2008
ja. leider.
... geschrieben von Gabriele Brunsch,
October 08, 2008
Liebe Andrea,
danke für Deine Erklärung und Abschwächung der strengen Regel. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es Fälle geben mag, wo ein Vergleich durchaus seine Berechtigung haben könnte.
Ich habe - mir der Substanz eines Haiku durchaus bewusst - auch kenne ich seit Jahren Herrn Kraus' wunderbare Seite, meine unzähligen Dreizeiler einfach Non-Haiku Haiku genannt... Doch war ich mir bei einigen nicht sicher. Angelika Wienert hat mich dann auf den Trichter gebracht.
Diese leichten, zarten Gebilde zu fabrizieren ist gar nicht so leicht, wenn einem das Hirn immer ein Schnippchen schlägt und mit beschwerten Gedanken daherkommt. Jetzt versuche ich mich an der Spur der vielen wunderbaren Haiku entlangzuhangeln und lerne täglich dazu, das ist ein sehr schöner Prozess...
Es ist wirklich so: Dadurch, dass man sich einer Kritik stellt, beginnt man seine eigenen Worte in anderem Licht zu sehen, was bisweilen große Überraschungen bereithält.
Bis bald Gabriele
... geschrieben von Heike Gewi,
October 08, 2008
bei weissen voegeln denk' ich an "gaense"...darf ich jetzt grinsen?
weisse voegel - im traum hat sie immer lange beine
... geschrieben von Gabriele Brunsch,
October 08, 2008
Liebe Heike,
schön, Dich wieder hier zu treffen.
Sicherlich, das ist es, weiße Vögel, z.B. Möven sind bei uns sehr selten, es gibt sie schon, am Main hin und wieder, aber sie sind nicht ganz weiß.
Diese Blätter flogen hoch und gingen dann erst auf, flatterten dann in die Büsche, wo sie für mich unsichtbar hängen blieben. Erst im Vorbeigehen sah ich sie dann, aufgeklappt gegen die Äste gepresst und irgendwie gehalten.
Ich hadere noch mit mir was ich in Zeile 3 anklingen lasse, die Blätter oder die Vögel. Muss noch nachdenken.
Liebe Grüße Gabriele
... geschrieben von Walter Mathois,
October 09, 2008
Liebe Heike,
was haltest Du von dieser Version (ohne Vergleich):
weisse vögel im schulhof flattert papier
????
Liebe Grüße Walter
... geschrieben von Heike Gewi,
October 09, 2008
Walter, Dein Vorschlag ist fuer mich DIE Alternative und echt "hai", sprich lustig. Nur - "auf dem"!
Hab' mich echt gekringelt >
weisse voegel auf dem schulhof flattert papier
... geschrieben von Walter Mathois,
October 09, 2008
Heike, natürlich auf'm und net in, zu sehr ösi... Liebe Grüße Walter
... geschrieben von sonja raab,
October 09, 2008
na walter, wir würden sagen: " am schulhof" so, wie wir ja auch "am föd" sagen und nicht "auf dem feld"
*hihi*
sonja
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ein Kapitalverbrechen!
Ein vergelichendes 'wie' in einem Haiku ist etwa das Schlimmste Haiku-Verbrechen das begangen werden kann! Warum wohl?
Liebe Grüsse Markus