... geschrieben von hans lesener,
February 07, 2009
War es denn wirklich nötig , Omas bestes Meissen rauszuholen , Heike ? Was ist es denn ? Zwiebelmuster oder Streublümchen , oder was mit Goldrand ??? Scheint ja ein erlauchter Gast gewesen zu sein ...
Grüße , Hans.
... geschrieben von Heike Gewi,
February 08, 2009
Es verhaelt sich hier aehnlich, wie bei Deinem "Blindgaenger", bzw. es liegt an der Bedeutung die man den "Dingen" gibt. Einen Krieg kann man nicht ausbaggern, aber Zeitzeugen. In diesem Zusammenhang sei noch erwaehnt, dass ich bei einem Archaeologie-Haiku den Bagger "Schlachten freilegen" lassen wuerde. Totzdem, schoene gggggs. Nein, Spass beiseite! Sieht sich der Leser hier als Gast oder Gastgeber? Und warum muessen, wenn es um's Meissener geht immmer Omas Sachen sein?
Verwendet habe ich "seltener" Gast. Hm! Also: "Nicht schoen, aber selten!". Ungewohnt/ungewoehnlich und nicht durch- oder erlaucht. Haette ich Teller geschrieben, wuerden die Schwerter nicht ins Blickfeld ruecken. Gegenseitige Musterung, gemischt mit Spannung und einer Erwartungshaltung. Tja, wann sieht man die Schwerter? Ist die Tasse halb voll oder halb leer?, fragt sich der "gewappnete" host.
Und 's Zibbelmuster kenne ich persoenlich nur von Kahlau.
;-))
... geschrieben von Heike Gewi,
February 08, 2009
P.S.: Weil Du die Muster so in den Vordergrund rueckst:
Musterung - unter Tassen gekreuzte Schwerter
... geschrieben von hans lesener,
February 08, 2009
Liebe Heike ,
so ganz ernst hatte ich meinen Kommentar zu Deinem schönen Haiku gar nicht gemeint. Ich finde es sehr originell, noch nie habe ich von Porzellanmarken als Auslöser für ein Haiku gelesen ! Und es hat mich amüsiert, weil wir eine Bekannte haben , die immer vor dem Essen unter das Geschirr guckt,um zu sehen, von welchem Service sie gerade speist... Bei uns wird sie leider immer enttäuscht, denn wir haben kein Meissen, und das kam so : Meine Oma ( deshalb "Omas Meissen" !) war eine fanatische Porzellansammlerin und hob ihre besten Stücke in einem ebenso zierlichen wie wackeligen Glasschrank auf, den eines tages ihr Fox namens Jockel zum Einsturz brachte , und das ganze Meissen war perdu ... ! Sie hatte auch weniger kostbare Sammeltassen , die mein Bruder verscheuert hat , was dann der Anlass war für ein Ruhrpott-Haiku :
Dat sintse doch, Omma ihre Sammeltassen hier auffn Trödelmaakt
Im Übrigen und etwas ernsthafter : Ich habe den Text gelesen in der Rolle des Gastgebers, der sich Mühe mit Tischdecken und Kochen Backen Braten gegeben hat , um dann festzustellen , dass ihm zwei Schwerter den Rang ablaufen . "Es kommt auf die Bedeutung an, die man den Dingen gibt" - auch damit hast Du zweifellos recht, und gemeint ist ja nicht die Bedeutung , die der Autor dem Text beimisst, sondern der Leser; der Autor kann sich nur an die 'Dinge' halten und den Text so weit wie möglich aufmachen. Ohne hier groß auf den "Blindgänger" eingehen zu wollen : Der Begriff "Krieg" wird sicherlich von inzwischen 3 Generationen jeweils anders gedeutet, deshalb schien er mir richtiger als eine persönliche Erinnerung oder ein Erlebnis ausbaggern zu lassen. Wobei ich gar nicht sicher bin , ob der Begriff "Blindgänger" den ganz jungen Leuten heute noch etwas sagt. Für diese jüngste Generation wäre die Erwähnung eines "Massengrabs" in Zusammenhang mit Krieg vielleicht eher nachzuvollziehen- was ja nun auch wieder furchtbar ist .
Doch das führt jetzt wohl zu weit. Jedenfalls vielen Dank , dass Dir mein Zweizeiler zusagt, so wir mir Dein Porzellan- Haiku !
Hans.
... geschrieben von Heike Gewi,
February 09, 2009
Danke fuer Deine Anregungen, Hans, und die Textanalyse. Es lieg mir sehr viel an Deiner und anderer Meinung. Natuerlich koennte man jetzt, da ich mehrere Versionen eingegeben habe schreiben: "Es haengt vom Nachhall ab, den Du intendieren willst/moechtest." Eine Werkstatt ist ja nun ein Ort, wo man einen Erstleseeindruck bekommt. Aus diesem Grund stehen bei mir immer alle Varianten zur Diskussion. Mir war klar, dass Du das nicht bierernst meinst, nur bei "Omma" (uebrigens ein tolles Mundarthaiku) kam ich ins Schwanken.
Schoene Gruesse Heike ;-))
... geschrieben von Beate M. Conrad,
February 09, 2009
Der Text sagt mir auch zu. Ob vielleicht eine kleine Umwandlung des Gastes in Besuch zur Offenheit (ob Freund, ob Feind?) neben einer Umstellung Sinn machte?
Seltener Besuch. Gekreuzte Schwerter unter Tassen.
LG Beate
... geschrieben von Walter Mathois,
February 10, 2009
Geächtet. Unter Tassen die Vergangenheit.
um hier nicht unsere dunkle Vergangenheit anzusprechen. Auf manchen Keramikhausrat (Kaffeepöten, etc.) findet sich noch ein geächtetes Symbol. Doch der Hausrat kann für unsere vergangenen Blöd- und Gemeinheiten nichts.
Hans, ich denke Deine Bekannte ist meine Seelenverwandte. Auch ich wende manche Keramikware (natürlich ohne Inhalt), um die Bodenmarke zu betrachten.
Liebe Grüße Walter
... geschrieben von Heike Gewi,
February 17, 2009
;-))) seelenverwandt ist gut.
Vorlaeufige Endfassung:
gekreuzte schwerter sinken ... kaffeeplausch
lg - hg ;-)
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Was ist es denn ? Zwiebelmuster oder Streublümchen , oder was mit Goldrand ???
Scheint ja ein erlauchter Gast gewesen zu sein ...
Grüße , Hans.