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Dornen
© Markus Sulzberger   
04. 05. 2007
Dornen
wo einst dufteten
Damaszenerrosen



vorher
Stacheln 
wo einst dufteten
Damaszenerrosen
Kommentare (23)Add Comment
...
geschrieben von Klaus Stute, May 05, 2007
Hier würd ich glatt eine Prise Sommergras klauen:

trockener stengel -
geblieben vom duft
der rose schmerz

Klaus
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, May 05, 2007
In diesem Haiku vermisse ich etwas. Wenn ich es lese, bleibt bei mir als "Nachhall" nur die Frage: Na und?

Es ist eigentlich nichts Besonderes daran, dass Rosen Stacheln haben, dass sie verblühen und man sich daran stechen kann.

Oder habe ich was überlesen?

Vielleicht wenn die Kälte, das Verblühen oder das Vergehen der Schönheit und des Glücksgefühls noch mehr verdeutlicht wird.

Die letzte Blüte -
vom Duft der (Damaszener)rosen
bleiben nur Stacheln

oder ganz banal

Herbstwind -
Nur die Stacheln bleiben
vom Duft der Rosen

Nicht grad super gelungen, aber in diese Richtung würde ich vielleicht ein bisschen ändern.

Welche Rolle spielt eigentlich die Rosenart? Vielleicht liegt ja darin der Schlüssel zum Haiku, wie du es geschrieben hast...?

Bis dann,
Andrea
...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 05, 2007
Hallo Andrea
es ist ein Frühlingshaiku und Damaszenerrose sind bekannt als sehr stark duftend.

markus
...
geschrieben von Heike Gewi, May 05, 2007
Damaszener, da steckt "Dimaschq" oder Damaskus drin. Bin kein Rosenkenner und muesste googeln, um da den besonderen Zusammenhang zum Duft, der an den Stacheln haengt nachvollziehen zu koennen.

Entschuldigung
Heike , weil keine Variante fuer mich einen Sinn macht.
...
geschrieben von Heike Gewi, May 05, 2007
P.S.: Auf's Haikumoment bezogen!
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, May 05, 2007
Hmm, woran sieht man, dass es ein Frühlingshaiku ist, frag ich mich?

Dann ist es also so, dass von den Rosen, die einst blühten und dufteten nichts mehr übrig ist, als die schmerzenden Stacheln?

Da könnte man durchaus einen Bezug zum Menschlichen sehen. Es bleibt von einem Hochgefühl (wunderbarer Duft und Schönheit) am Ende nichts als Verschlossenheit und Schmerz. Berührungsängste fallen mir noch dazu ein, die Angst "gestochen" und verletzt zu werden, von dem, das man einst geliebt und bewundert hat...

Aber dass es ein Frühlingshaiku sein soll, kann ich aus dem Haiku so wie es da steht nicht erkennen.

Bis dann,
Andrea
...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 05, 2007
Hallo - es ist ja auch egal ob Frühling Sommer oder Herbst. Aber 'einst dufteten' scheint mir darauf hinzuweisen, dass da jemand in Erwartung eines vertrauten Duftes zu einem Plätzchen gekommen ist...
markus
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, May 05, 2007
Und wieso das Plätzchen dann nicht benennen?

Vertrautes Plätzchen -
wo einst die Rosen dufteten
nur noch Stacheln

?

Na ja, zu normal und gewöhnlich, oder?

Andrea
...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 05, 2007
Na ja, zu normal und gewöhnlich, oder?


Hallo Andrea - ich denke schon...

Ich dachte, es soll mit den 'Stacheln' beginnen und mit den 'Damaszenerrosen' enden.

Aber es scheinen sich die Gemüter ab meiner Formulierung zu echauffieren - warum ist mir nicht ganz klar...

markus smilies/cheesy.gif
...
geschrieben von Heike Gewi, May 05, 2007
Damaszener Rosen -
Die Vorfreude
verfaengt sich im Strauch.

Hab' mich mal "schlau" gemacht smilies/grin.gif

"Strauchrose -vielgestaltiger Wunderstrauch,
abgerückt von allen Pflanzen der Erde -
nach Jahrtausendalter Volkstümlichkeit
noch im Anfang der Entfaltung
voll alljährlicher Überraschung jeder Art."



http://www.der-burggarten.de/rose_de_resht.htm

?

LG
Heike
...
geschrieben von Heike Gewi, May 05, 2007
P.S.: Man kann aus Deinem Thema ein tolles Gedicht machen. Stoebere mal unter angegebenem Link!
...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 05, 2007
P.S.: Man kann aus Deinem Thema ein tolles Gedicht machen. Stoebere mal unter angegebenem Link!


Hallo Heike

Daraus lese ich, dass es kein tolles Gedicht ist.
Sagen wir es so: Das Thema oder der Beweggrund des Gedichtes ist wohl nicht so toll aber dennoch Wirklichkeit und ein wirklich umwerfendes Moment. du erwartest duftende Rosen und findest nur noch Stacheln. Aber Du erinnerst Dich des Duftes und mit dem Duft endet auch das Gedicht.

Gruss
markus
...
geschrieben von Beate M. Conrad, May 06, 2007
Hallo zusammen,
lieber Markus,

ich sehe es so, daß Deine Grundidee völlig in Ordnung ist, allerdings in Deiner Durchführung m.E. zuviel gesagt ist, sodaß es etwas am Nachhall hapert.
Ich denke, dieses ließe sich evtl. mit folgender, sicherlich auch noch verbesserungsbedürftiger Variante beheben:

Nur noch der Stachel
von den
Damaszener Rosen

das ginge evtl. auch zweizeilig:

Nur noch der Stachel
von den Damaszener Rosen

??

Ganz herzliche Grüße an Euch alle
Beate
...
geschrieben von Beate M. Conrad, May 06, 2007
P.S.: Jahreszeitliche Einordnung wäre der Sommer, Rose ist ein klares kigo.
...
geschrieben von Heike Gewi, May 06, 2007
Richtig, Beate!
Da wir jetzt Fruehling haben und ich mal davon ausgehe, dass Markus das Gedicht erst jetzt geschrieben hat und nicht im Spaetherbst...
bleibe ich bei meiner Vorfreude, die stachlig/strauchig ist.
Lieber Markus, ich meinte nicht, dass Dein Gedicht nicht toll waere (Idee prima - Umsetzung, s. Beate!). Das Nachlesen hat mich nur noch zu anderen Dingen inspiriert.

Nicht fuer ungut smilies/wink.gif
Heike
...
geschrieben von Heike Gewi, May 06, 2007
sh...Nichts...
...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 06, 2007
Hallo zusammen hallo Beate und Heike

Ich sehe keine Verbesserung in den Vorschlägen. Ob es ein Frühlings-, Herbst- oder Sommerhaiku ist kümmert mich eigentlich wenig und ist für Nachhall und Aussage unwichtig.
Was ich feststelle ist eine gewisse Verkrampfung von weiblicher Seite gegenüber diesem Beitrag. Vielleicht eine panische Reaktion nicht einst selbst dem beschriebenen gleich zu werden? smilies/grin.gif

lg markus
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, May 06, 2007
Boah, Markus ein Kigo anzubieten ist gewagt, Beate smilies/wink.gif

Nur noch Stacheln
wo einst der Duft
der Damaszenerrosen

?

So würde mir das gefallen, egal zu welcher Jahreszeit.

Und die Stacheln, Markus, die haben wir sowieso schon alle unter den Blüten.

Wir sind nicht im Comic-Thread, oder??

Bis dann,
Andrea
...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 06, 2007
Hallo Andrea

Nicht comic - nein - es ist eine durchaus ernsthafte Sache die jedoch mit einem guten Schuss Humor abgehandelt werden darf. Es ist in eigentlichem Sinne die Umkehrung des blühenden, knorrigen oder vom Herbststurme zerfetzten, Baumes.

Durch das brutal hingeworfene 'Stacheln' in a wird eine gewisse innere Verkrampfung ausgelöst. Einesteils wird sie durch den Kontrast in b und c natürlich verstärkt aber auch genauso stark, wenn nicht stärker abgemildert durch die Er-inner-ung an den Duft und die Rosen und die Hoffnung darauf. Die Stacheln verhindern dass der Rosenstrauch weder von Ochs noch Esel abgefressen wird. Obwohl Esel seit Apulejus einen gewissen Drang dazu haben Rosen zu fressen, ist es ein doch eher schwieriges Unterfangen und beschränkt sich auf Blüten.
Doch was sind Stacheln, Dornen (sollte ich Dornen in a einsetzen, würde mir auch gefallen) wenn ihre Stachlichkeit nicht dem Schutz der Blüte dienen?

Legt man nicht das Gute und Schöne in einen Ring von Stacheln um es zu schützen? Und legen nicht die Vogelfänger süsses Zuckerbrot aus um die Vögel zu fangen. So maskiert sich das Gute mit bösem und das Böse mit gutem...

lg Markus
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, May 06, 2007
Hallo Markus,

comic deshalb, weil ich so ein bissel frech geworden bin smilies/wink.gif
Klar, soll das kein Comic sein, das war mir schon bewußt. Deine Erklärung ist wunderbar und macht das, was das Haiku vermitteln will deutlicher.

Dornen würde mir sprachlich besser gefallen, es klingt weniger spitz und doch weiß jeder, was gemeint ist. Das Wort "Dornen" ist für Rosen auch gebräuchlicher als "Stacheln", oder nicht?

Um das erste Unverständnis des Haiku zu umgehen und es ganz im Leser aufgehen zu lassen, könnte ich mir hier auch wieder sehr gut vorstellen ein Haibun daraus zu machen. Ich glaube, dann würde das Haiku voll zur Geltung kommen.

Bis dann,
Andrea

...
geschrieben von Markus Sulzberger, May 06, 2007
Hallo Andrea

Was mich eben sehr interessiert jeweils, wie es denn verstanden wird und was stört. Oftmals wird genau das nicht gesagt.

lg markus
...
geschrieben von Andrea D Alessandro, May 07, 2007
Hallo Markus,

zu verstehen ist das Haiku schon, so wie es da steht. Die Rosen sind verblüht und statt ihres Duftes sind da nur noch die Dornen. Für mich ist das ein tristes Bild. Wenn man es in der Fotografie ausdrücken wollte, würde ich sagen, dass das Foto mit überaus kräftigen, leuchtenden Farben jetzt nicht nur verblasst ist, sondern dass ein kontrastarmes Schwarzweißfoto daraus geworden ist, aus dem nur die Dornen herausstechen.

Störend an dem Haiku finde ich eigentlich nichts, allerdings ist es ein wenig "farblos" und mir fehlt ein Ort, eine Zeit, das Umfeld oder eine Situation, in der der Moment erlebt wurde, um die Stimmung, in der sich der Schreiber grade befand ein wenig besser nachvollziehen zu können.

Daher denke ich, dass ein Haibun gut dazu passen würde, oder aber eine erste oder letzte Zeile, die den Leser ein wenig mehr in den Moment hineinführt. Dein Hinweis auf ein vertrautes Plätzchen und den erwarteten Duft der Rosen hat mir geholfen, das Haiku und den Moment nachvollziehen zu können. Solange das aber nicht dabei stand, hat sich mir das Haiku nicht vollends geöffnet.
Die Vorfreude auf diesen Platz und den Duft, die dann schlagartig genommen wurde, als nur noch Dornen dort zu finden waren, ist es, die meiner Meinung nach einfach fehlt. Man muss diese Vorfreude spüren, es muss einem zu diesem Platz hinziehen, um die Enttäuschung miterleben zu können.

Genau genug...?

Bis dann,
Andrea
...
geschrieben von Klaus Stute, May 07, 2007
Hm. Ich finde immer noch keinen Zugang zu diesem haiku, Markus. Was ich ja mittlerweile verstanden habe ist, dass die Spezifikation beeinhaltet, dass von ganz bestimmten Rosen an einem ganz bestimmten Ort die Rede ist.

Aber wenn ich schon weiss: es handelt sich um "Damaszenerrosen" - und hinten links im Park xyz ist davon ein Riesenbeet angepflanzt...

dann weiss ich auch, dass die im Sommer und vielleicht nochmal im Herbst blühen - UND ZWAR JEDES JAHR. Eine Enttäuschung in einer anderen Jahreszeit ist mir völlig unverständlich. Darüber hinaus hat deine Formulierung noch einen generellen Anstrich - als würden sie nie wieder blühen.

Hm. "Alternativ" fällt mir denn dazu im Moment nur ein flüchtig hingehauenes Statement ein:

dornenfeld -
dir fehlt der duft
der damaszener

Klaus


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