Hallo WOM, ein haiku muss immer einen tieferen Sinn haben. Beispiel: "Alter schützt vor Zwiebelschneiden nicht" (siehe Zwiebelhaiku) oder "keine Experimente zur falschen Jahreszeit" (dreizehn grad haiku).
Was haben wir hier? Wie leicht die Schwerkraft doch im Sande verläuft?? Auch bei unzähligen Versuchen, sich darüber zu erheben??
Hm. Ich glaube - verglichen mit den anderen beiden haiku: das ist zu unpraktisch. Und wenn es eine Metapher für irgend etwas sein soll, würde ich sagen: das ist zu hoch.
Und wenn du jetzt sagst: die verborgene Aussage ist hier doch: wer sich zu weit vorwagt, kriegt ne kalte Dusche... (die übrigen fliegenden Tropfen landen im Gesicht) - dann ist das philosophisch. Und solche "kann-sein" Überlegungen sind auch nichts für ein praktisches haiku.
Also: welche Richtung nehmen wir?
ohne schirm von der gischt erwischt
offenbar wieder eine Comic-Variante (wegen dem neckischen Reim). Andererseits kann es nicht schaden, das akustische Erleben klanglich in ein haiku mit einzubauen.
Aber hier wären wir doch schön im praktischen: natürlich kann man sich bei gewissem Wetter und bei gewissen Spaziergängen am Meer einen Schirm schenken. Der ist ja schneller hin, als man ihn aufgemacht hat. Das heisst: die Aussage in diesem haiku ist, dass wir grosse Chancen haben, genau das zu kriegen, was wir erwarten, wenn wir das tun, was wir wollen - auch wenn wir das, was wir dann kriegen, eigentlich gar nicht haben wollen...
Jedenfalls: dein haiku umschreibt welche Dinge auch immer - zu allgemein.
:-) Klaus
... geschrieben von Walter Mathois,
April 20, 2007
Klaus, vielen Dank fuer deinen Kommentar. :-) Walter Oskar
... geschrieben von Heike Gewi,
April 21, 2007
Hallo Klau-S,
"Hallo WOM, ein haiku muss immer einen tieferen Sinn haben"
Den zu erkennen, muss man(n) natuerlich etwas die Hirnwindungen strapazieren. Wenn man denn das Sein an sich in der Bewegung (oft wird das Bsp. 'Wasser/Welle' benutzt) sieht und viele der Resultate dieser Bewegung betrachtet, dann bleibt nur noch festzustellen: "vom Winde verweht" oder "im Sande versickert". Ich bin schon der Meinung, dass Walter (WOM - finde ich ...) das gut verdichtet hat.
LG Heike
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ein haiku muss immer einen tieferen Sinn haben. Beispiel: "Alter schützt vor Zwiebelschneiden nicht" (siehe Zwiebelhaiku) oder "keine Experimente zur falschen Jahreszeit" (dreizehn grad haiku).
Was haben wir hier? Wie leicht die Schwerkraft doch im Sande verläuft?? Auch bei unzähligen Versuchen, sich darüber zu erheben??
Hm. Ich glaube - verglichen mit den anderen beiden haiku: das ist zu unpraktisch. Und wenn es eine Metapher für irgend etwas sein soll, würde ich sagen: das ist zu hoch.
Und wenn du jetzt sagst: die verborgene Aussage ist hier doch: wer sich zu weit vorwagt, kriegt ne kalte Dusche... (die übrigen fliegenden Tropfen landen im Gesicht) - dann ist das philosophisch. Und solche "kann-sein" Überlegungen sind auch nichts für ein praktisches haiku.
Also: welche Richtung nehmen wir?
ohne schirm
von der gischt
erwischt
offenbar wieder eine Comic-Variante (wegen dem neckischen Reim). Andererseits kann es nicht schaden, das akustische Erleben klanglich in ein haiku mit einzubauen.
Aber hier wären wir doch schön im praktischen: natürlich kann man sich bei gewissem Wetter und bei gewissen Spaziergängen am Meer einen Schirm schenken. Der ist ja schneller hin, als man ihn aufgemacht hat. Das heisst: die Aussage in diesem haiku ist, dass wir grosse Chancen haben, genau das zu kriegen, was wir erwarten, wenn wir das tun, was wir wollen - auch wenn wir das, was wir dann kriegen, eigentlich gar nicht haben wollen...
Jedenfalls: dein haiku umschreibt welche Dinge auch immer - zu allgemein.
:-) Klaus