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So nah
© hans lesener   
30. 09. 2007
So nah der Tempel
so unerreichbar,
der Weg voller Blut
Kommentare (19)Add Comment
...
geschrieben von Heike Gewi, October 08, 2007
Lieber Hans!
Bei diesem aktuellen Bezug wird das Gedicht nach Jahren ein Raetsel sein. Aber vielleicht soll's so sein. Name des Tempels oder ein konkreter Hinweis?
Ansonsten sehr stark (wie ich finde)...

LG
Heike
...
geschrieben von hans lesener, October 09, 2007
Hallo Heike -
man könnte natürlich 'Pagode' schreiben statt 'Tempel', dann wäre in 1o Jahren der Bezug aber wohl auch nicht stärker präsent.

Ich habe den Text eingestellt , weil ich dachte , dass sich der ein oder andere anschließen und so etwas wie eine Sequenz entstehen würde. Wenn in einem Fernsehbericht über Birma eine einzelne blutige Sandale zu sehen ist , die vor Polizisten auf der Strasse liegt , dann muß man doch einfach was sagen oder schreiben , dachte ich ...

Vor einigen Jahren hat das im alten Lux aus Anlaß des tsunami ganz reibungslos funktioniert . Vielleicht hat aber auch Markus damals ein bißchen dazu aufgefordert ( weiß ich nicht mehr ), und es sind 10-12 gute Haiku zu diesem Thema entstanden. Der konkrete Bezug ergab sich dann unverkennbar aus dem Kontext der haiku.
In diesem Fall : PAUSE !

Ich finds schade, weil diese Art der Zusammenarbeit Spaß macht und echt eine kreative Herausforderung ist.

Im Übrigen : Ich bin dann mal weg, noch ein bißchen Urlaub machen!

Grüße , Hans.



...
geschrieben von Angelika Wienert, October 09, 2007
dann schließe ich mal mit meinem Haiku an


"In Birma..."
Zweige peitschen gegen
den Herbsthimmel




(siehe WHC-German, Herbstausgabe 2007)


Herzliche Grüße,
Angelika
...
geschrieben von Heike Gewi, October 09, 2007
Safrangelb und Rot
die Roben der Kämpfer -
Mae Sot lehrt Verzicht

LG
Heike

...
geschrieben von hans lesener, October 25, 2007
Rosenblüten
streuen Mönche auf die Flut
und ihre Gebete


Grüße , Hans
...
geschrieben von Heike Gewi, October 25, 2007
wellcome back, hans!

Heißes Morgenbad -
Die Robe
scheint röter

lg
heike
...
geschrieben von hans lesener, November 09, 2007

Leider geht ja in Birma die Unterdrückung weiter :

Im Kloster
Bücher und Möbel zerstört
die Mönche verschleppt

Siehe auch SPIEGEL 45 / 2007 , S. 148
...
geschrieben von hans lesener, November 09, 2007

Ich versuche mal, eine kleine dramaturgische Ordnung in die Abfolge der Birma - Haiku zu bringen :

Safrangelb und Rot

"in Birma ... "
Zweige peitschen gegen
den Herbsthimmel A.W.

So nah der Tempel,
so unerreichbar ,
der Weg voller Blut H.L.

Safrangelb und Rot
die Roben der Kämpfer -
Mae Sot lehrt Verzicht H.G.

Im Kloster
Bücher und Möbel zerstört
die Mönche verschleppt H.L.

Heißes Morgenbad -
Die Robe
scheint röter H.G.

Rosenblüten
streuen Mönche auf die Flut
und ihre Gebete H.L.
...
geschrieben von Heike Gewi, November 10, 2007
Sehr schoen, Hans! Jetzt verstehe ich Deine Kommentar vom 09.Oktober (s.o.!).

Dein Einschub Bildung gegen Gewalt ("Buecher und Moebel zerstoert") und der uebliche Ausgang (ABER Zukunft winkt!) ist da wieder super treffend.

LG
Heike und schoenen Sonntag! smilies/wink.gif
...
geschrieben von Angelika Wienert, November 10, 2007
"in Birma ... "
Zweige peitschen gegen
den Herbsthimmel A.W.

So nah der Tempel,
so unerreichbar ,
der Weg voller Blut H.L.

Safrangelb und Rot
die Roben der Kämpfer -
Mae Sot lehrt Verzicht H.G.

Im Kloster
Bücher und Möbel zerstört
die Mönche verschleppt H.L.

Heißes Morgenbad -
Die Robe
scheint röter H.G.

Rosenblüten
streuen Mönche auf die Flut
und ihre Gebete H.L.


spontan fiel mir auf... > siehe Hervorhebung durch Fettdruck


...
geschrieben von Heike Gewi, November 11, 2007
Robe = Gewand/Talar, ergo:

Heißes Morgenbad -
Das Gewand
scheint röter H.G.

Mönche = Priester, ergo:

Rosenblüten
streuen Priester auf die Flut
und ihre Gebete H.L.

(???)

LG
Heike

[Entscheidung liegt wohl bei Hans smilies/wink.gif]
...
geschrieben von hans lesener, November 11, 2007
Guten morgen , liebe Angelika -
vielen Dank für Deinen Kommentar , den ich mit Vergnügen gelesen habe und sehr hilfreich und gut finde, aus verschiedenen Gründen :

1. Ich finde es erfreulich , dass die Kommentare also doch gelesen werden , und sogar kritisch. Danke ! Das zeigt , dass es vielleicht sogar ganz nützlich sein kann ,mal "ungemütlich" zu werden : Es bewegt sich ja wieder ein bißchen was im Lux ; und wenn jetzt unser Moderator, Kurator Webmaster sich aus seiner Winterthurer Abgeschiedenheit ab und mal zu Wort melden würde- das wär' auch nicht schlecht.

2. Ich weiß nicht , ob Du es mir glaubst , aber ich habe die Doppelungen auch gesehen . Es ging mir aber in diesem ersten Durchgang darum , die vorhandenen Strophen in ihrer vorliegenden Fassung in eine gewisse Abfolge zu bringen . Dabei hielt ich mich nicht für berechtigt, Heikes Verse eigenmächtig zu korrigieren , und das Prinzip musste ich dann auch auf meine Strophen anwenden. Mit ist auch klar , dass es sich nur um ein formloses Kettengedicht handelt , aber es ist ein Anfang.

3. Im nächsten Schritt wäre dann die inhaltliche Korrektur fällig. Die hat Heike inzwischen schon vollzogen. Trotzdem gibt es inhaltliche Fragen ; So kann ich z.B. nicht nachvollziehen , wieso Mae Sot, thailändische Grenzstadt, Verzicht lehrt ? Das würde zu der weiteren Frage führen , ob man den Vers dann so stehen lassen könnte/ sollte ? Un die Abfolge könnte ja möglicherweise auch anders gewählt werden . Wie würdest Du entscheiden ?

4. Ich würde den Gesamttext in dieser Form, falls es keine anderen Einwände gibt, allen evtl. Unvollkommenheiten zum Trotz so lassen und Markus bitten , eine Abteilung "Kettengedichte" einzuführen. Vielleicht regt das ja zur stärkeren Zusammenarbeit der Lux.-Autoren an !?

Dir und Heike jedenfalls vielen Kank für Euer Mitmachen . Hat doch Spaß gemacht !

Einen guten Sonntag wünscht
Hans.
...
geschrieben von hans lesener, November 11, 2007

Um nicht mißverstanden zu werden , liebe Heike : ich wollte die Entscheidung Dir überlassen.
Mit Deinem Einverständnis sieht die Sache jetzt so aus :

Safrangelb und Rot

"in Birma ... "
Zweige peitschen gegen
den Herbsthimmel. AW

So nah der Tempel,
so unerreichbar,
der Weg voller Blut. HL

Safrangelb und rot
die Roben der Kämpfer.
Mae Sot lehrt Verzicht. HG

Im Kloster
Bücher und Möbel zerstört,
die Mönche verschleppt. HL

Heißes Morgenbad.
Das Gewand
scheint röter. HG

Rosenblüten
streuen Priester auf die Flut
und ihre Gebete.HL
...
geschrieben von Angelika Wienert, November 11, 2007
mein PC spinnt...(vielleicht passend zu mir...)

ich kann mal fünf Minütkes online sein und dann...

hab kaum Zeit einen thread richtig zu lesen...

diese "Priester" in der letzten Strophe... - braucht man die überhaupt in Zeile 2?

...
geschrieben von hans lesener, November 11, 2007
Na gut , schaffen wir die Priester ab :

Rosenblüten
auf die Flut gestreut
und Gebete


Ist es dann noch dasselbe ?

Übrigens : Ich habe auch permanente Probleme mit dem Server , war gestern den ganzen Tag offline- schrecklicher Zustand...

H.
...
geschrieben von Heike Gewi, November 12, 2007
Die buddhistischen Mönchen in dunkelroten Roben haben den Protest gegen das birmanische Militärregime angeführt. Was bewegte sie dazu? Und wie geht es weiter?

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Hörfunkstudio Südostasien

[Bildunterschrift: Mönche in der Stadt Mae Sot an der Grenze zu Myanmar ]
Gebetsstunde in dem kleinen buddhistischen Kloster in Mae Sot an der thailändisch-birmanischen Grenze: Zahlreiche Mönche in dunkelroten und safrangelben Roben kauern auf dem Boden vor unzähligen Buddhafiguren, die an einer Wand aufgestellt sind. Die Mönche in Safrangelb sind Thailänder, die dunkelroten Roben gehören den buddhistischen Mönchen aus Birma, die hier zu Gast im Kloster sind. Die Robe, meist selbstgenäht, ist weitgehend alles, was einem buddhistischen Mönch gehört. Mönchsein bedeute Verzicht zu lernen, sagt der 30-jährige So Wae Na aus Mandalay, der seit einigen Monaten hier in Thailand lebt: "Ein Mönch soll mit dem zufrieden sein, was er hat, und nicht unzufrieden über das, was er nicht hat."



Mutiger Protest gegen Soldaten
[Bildunterschrift: Mönche demonstrieren in Birma ]
Das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die protestierenden Mönche hat die Bevölkerung Birmas besonders gegen den Staat aufgebracht. Als die Klöster gestürmt und weitgehend verwüstet und hunderte Mönche verhaftet wurden, da stürmten die Menschen auf die Straße und bewarfen die Lastwagen, mit denen die Mönche abtransportiert wurden mit Steinen - trotz der Gefahr für das eigene Leben.

"Die Militärs sind ja eigentlich auch Buddhisten", sagt Der Abt U Ya Hla. "Aber sie halten sich nicht an die buddhistischen Gesetze. Deshalb scheinen sie im Moment zu gewinnen. Aber am Ende wird das Volk gewinnen."


http://www.tagesschau.de/ausland/birma270.html

Link und Zitat zum Thema Mae Sot und warum das Ganze ueberhaupt Safrangelb und Rot genannt wurde...

Natuerlich kann der Vers voll weg gelassen werden, aber im Hinblick auf Zusammenhaenge erschien mir das INTERAKTIVE (Grenzueberschreitende) sehr wichtig.

Ansonsten:

Rosenblüten
streuen auf die Flut
und die Gebete. HL

[Vorschlag von mir...]

Danke, Angelika und Hans, fuer die Erfahrung, die ich hier machen d u r f t e.

LG
Heike smilies/wink.gif
...
geschrieben von Heike Gewi, November 12, 2007
P.S.:

Safrangelb und Rot
überschreiten Grenzen -
Verzicht lehren


"Grenzueberschreitung" im doppelten Sinne;
ebenso "Verzicht" (einschliesslich Verzicht auf GEWALT und ein Militaerregime...).
...
geschrieben von hans lesener, November 12, 2007
Hallo Heike ,
danke für die sehr aufschlußreichen Texte.
Wo würdest Du Deine letzte Strophe im Kettengedicht einordnen ? Anstelle der bisherigen Dritten ?

Grüße , Hans.
...
geschrieben von Heike Gewi, November 12, 2007
Ja, Hans, sofern keine weiteren Vorschlaege zur Verbesserung kommen...d.h., wenn der momentane Text fuer Euch (Angelika und Dich) akzeptabel ist. - Die Farben hier als Symbole etc. (wie oben erklaert). - "streuen" bei deinem Text wuerde ich beibehalten, da ja nach wie vor "gebetet..." wird, in welchem Zusammenhang auch immer, als eines der Wesensmerkmale des Moenchseins (hier Birma/Thailand).

LG
Heike

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