Für manche Leute ist das Leben eine permanente Suche nach der Verbesserung ihres Selbstbewusstseins. Sie haben halt schwere Zeiten hinter sich, was bedauerlich ist.
Das führt aber (insbesondere im Alter) oft zu einer Art Sucht nach täglicher Besserwisserei in allen möglichen Themen; zum Kampf an den falschen Fronten und zum "Wadenbeissen", d.h. einem sich Festbeissen in einen eimal eingeschlagenen (Argumentations-) Weg - und Verteidigen desselben mit den entsprechenden Bissen auf alles rundherum; bei Widerstand zudem mit aller zur Verfügung stehenden Steigerung.
Gänzlich unmöglich ist dann die Fragestellung: "was mache ich hier eigentlich" - und die zugrunde liegende Einschätzung führt dann schon mal zu so merkwürdigen Einbildungen wie: "jetzt bist du aber mit erhobenem Haupt aus dieser Diskussion rausgegangen"...
Halleluja: normal, ne!?
:-) Klaus
... geschrieben von Markus Sulzberger,
June 21, 2007
Hallo Klaus, Heike -
da hast du aber kräftig zugebissen, ja geradezu dich verbissen... in Heikes Wade. Einzig die Pappnase ist dabei irgenwie runtergefallen.
ja- die verbitterung, entstanden durch sich grämen.
Man kann es manchmal nicht verhindern dass man ungerecht behandelt wird... durchs Leben, Schicksal, Menschen... aber man ist frei darin, wie man darauf reagiert - ganz frei. Ein sanftes Lächeln ist oftmals das Sinnvollste...
markus
... geschrieben von Klaus Stute,
June 21, 2007
Nach kurzer Überlegung weiss ich jetzt wieder, worauf ich hinauswollte mit den obigen, etwas befremdlichen Statements.
Sie gehen wohl davon aus, dass vor dem zweiten Teil des Tanka etwas passiert ist, das aber nicht beschrieben wurde. Beispielsweise eine "gewonnene" Auseinandersetzung, aus der man erhobenen Hauptes hervorgegangen ist und sich jetzt mit anderen Augen im Spiegel sieht trotz der alten Spuren.
Diese sicherlich etwas einseitige Annahme von mir hat mich dann wohl zu dem obigen verbalen Kopfschütteln verleitet - basierend auf einer weiteren Annahme, nämlich dass man den Leuten, die "es" etwas schwer gehabt haben, dieses anmerkt. Die kämpfen dann ganz anders. Die brauchen kleine Siege. Deren Kämpfe sind dann etwas mühsam für die Beteiligten, die etwas lockerer drauf sind.
Wohlgemerkt: das waren allgemeine Statements beim Hineinfühlen in das Tanka. Ich habe nicht versucht, mir ein Bild von einer bestimmten Person zu machen.
Klaus
... geschrieben von Heike Gewi,
June 21, 2007
Hallo, Ihr Lieben! Vielleicht sollte ich das naechstmal eine der Frauen im restroom fragen, was sie beugt, bevor ich ein Tanka draus mache?... Vielleicht?
Heike
... geschrieben von Klaus Stute,
June 21, 2007
In dem Tanka steht mit keinem Wort, dass von einer Frau die Rede ist. Wenn du jetzt anfängst, hier etwas präzisieren bzw. nachreichen zu wollen nach dem Motto "gemeint war aber das und das" - oder wenn du versuchst, dich lustig zu machen über reichlich ernst gewordene Lesarten - dann heisst das erst mal, dass das haiku an deinem beabsichtigten Thema vorbeigeschossen ist.
Also: wie immer dein konkretes Erleben gewesen sein mag (was aber irrelevant ist, da du es nicht präzisiert hast) - hier steht jemand vor einem Spiegel. Das bedeutet: wenn nichts anderes gesagt wurde, dann STEHT die Person vor einem Spiegel. Und wenn nichts anderes gesagt wurde, dann betrachtet sie sich selber in dem Spiegel. Und wenn es nicht gesagt wurde, dann muss der beschriebene Vorgang auf Mann oder Frau passen.
Beim optischen Vergleich eines Baumes mit einem Gesicht kann nur die Rinde, also das Zerfurchte, zum Tragen kommen. Und ein "zu früh gebeugt" bezogen auf einen Baum kann nur heissen, dass er durch äussere Einflüsse wie Wind etc. schon in jungen Jahren in die Schräglage gebeugt worden ist. Auf die entsprechende Beugung beim Menschen hab ich mich ja oben schon eingelassen.
So what - was keine Frage ist, weil ich jetzt keine Schilderung von schmerzverzerrten Gesichtern oder was auch immer hören will. Da gibt es ebensoviele Geschichten wie hinkende Vergleiche.
Aber gut: du hast ja schon angedeutet, dass du nächstes Mal etwas besser auf deine schwangeren Frauen eingehen wirst - oder was immer dich bewegt haben mag.
Dann vertrösten wir uns bis dahin und danken für dieses Gespräch.
Klaus
... geschrieben von Heike Gewi,
June 22, 2007
haiku? im Tanka?
Aber ansonsten nicht schlecht gebellt, lieber Klaus. Das Haibun zum Gedicht ist in der Tat spaeter nachzulesen. Nett, dass Du Dich immer wieder freundschaftlich mit unseren Texten auseinandersetzt. Ich weiss, Dein Zeit zu schaetzen.
Herzlichst Heike
P.S.: biba = bis bald
... geschrieben von Klaus Stute,
June 22, 2007
Manchmal runzelt sich halt die Stirn. Aber das haben wir ja oben zerpflückt - was man tun muss, um sich wieder aufzurichten. Das kann abfärben.
Hab ich dich zu ernst genommen? Oder eher nichts verstanden...
Männer. Oh - mein Nacken. :-) Klaus
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Das führt aber (insbesondere im Alter) oft zu einer Art Sucht nach täglicher Besserwisserei in allen möglichen Themen; zum Kampf an den falschen Fronten und zum "Wadenbeissen", d.h. einem sich Festbeissen in einen eimal eingeschlagenen (Argumentations-) Weg - und Verteidigen desselben mit den entsprechenden Bissen auf alles rundherum; bei Widerstand zudem mit aller zur Verfügung stehenden Steigerung.
Gänzlich unmöglich ist dann die Fragestellung: "was mache ich hier eigentlich" - und die zugrunde liegende Einschätzung führt dann schon mal zu so merkwürdigen Einbildungen wie: "jetzt bist du aber mit erhobenem Haupt aus dieser Diskussion rausgegangen"...
Halleluja: normal, ne!?
:-) Klaus